26.01.2018 08:30
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Zinsen weekly: EZB-Dilemma: Ausstieg aus QE vorbereiten, ohne Euro nochmals zu stärken?

Vor der Zinssitzung der EZB heute (25.1.) haben die Bundesanleihen ihren Schwung der vergangenen Wochen etwas verloren. Die Marktteilnehmer warten auf weitere Signale seitens der Notenbank. Wir gehen davon aus, dass die EZB (noch) keine neuen Entscheidungen in Bezug auf ihr Anleiheankaufprogramm oder ihre forward guidance bekanntgeben dürfte. Allerdings könnte sie ihre Kommunikation über ein Ende ihrer Anleihekäufe weniger vorsichtig gestalten – etwas, was sich bereits in den Minutes der letzten EZB-Sitzung sowie in verschiedenen Kommentaren von EZB-Notenbankern über den Jahreswechsel angedeutet hat. Damit würde sich erstmalig auch EZB-Chef Mario Draghi dazu äußern. Dabei muss die EZB allerdings den Spagat versuchen, den zusätzlichen Aufwind für den Euro in Grenzen zu halten. Dieser hat zuletzt spürbar gegenüber dem US-Dollar aufgewertet.

Das konjunkturelle Umfeld für einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik präsentiert sich weiterhin in ausgezeichneter Verfassung. So ist der Composite Einkaufsmanagerindex für die Eurozone im Januar auf ein Allzeithoch gestiegen – Treiber war dieses Mal der kräftige Dienstleistungssektor. Dagegen hat sich das Verarbeitende Gewerbe leicht abgeschwächt, ausgehend von einem Allzeithoch im Dezember. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist erneut auf sein Rekordhoch von November geklettert. Risiken für den derzeit synchronen Aufschwung der Weltwirtschaft gehen von zunehmend protektionistischen Signalen aus. So haben die USA Importzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule erhoben und Donald Trumps voraussichtliche Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (26.1.) dürfte diese protektionistische Haltung noch unterstreichen.

In der nächsten Berichtswoche stehen mit den BIP-Schätzungen für das vierte Quartal 2017 in der Eurozone und den USA, dem US-Arbeitsmarktbericht für Januar, dem US-ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe sowie der Schätzung der Verbraucherpreise in der Eurozone einige spannende Datenveröffentlichungen auf der Agenda. Die Wachstumszahlen sollten im Vergleich zu den Vorquartalen eine unverändert hohe Dynamik im vierten Quartal aufweisen und auch der Arbeitsmarkt dürfte sich robust zeigen. Die Inflationsrate könnte im Januar weiter gesunken sein, was allerdings aus einem Basiseffekt heraus bedingt ist und daher der EZB keine Sorgen bereiten dürfte. Der ISM-Index sollte von einem hohen Niveau aus leicht nachgeben. Insgesamt dürften die Daten auf eine Fortsetzung des Aufschwungs auf beiden Seiten des Atlantiks hindeuten, was eher für etwas höhere Renditen spricht.

Zudem tagt die Fed am kommenden Mittwoch (31.1.). Nach der Zinsanhebung um 25 bp auf eine Zielspanne für die Fed Funds Rate auf 1,25 bis 1,50 % im Dezember ist zunächst mit keinen weiteren Zinsschritten zu rechnen. Wir gehen erst von einer Fortführung des Zinsanhebungszyklus im Juni aus. Es ist die letzte Zinssitzung unter Fed-Chefin Janet Yellen, denn zu Anfang Februar wird Jerome Powell ihren Vorsitz übernehmen.


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