10.03.2017 10:30
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Zinsen weekly: EZB hält Kurs, Niederlande-Wahlen stehen vor der Tür

So recht vom Fleck kommen die deutschen Renditen nicht. Trotz eines insgesamt überaus freundlichen Konjunkturumfelds und steigender Inflationsraten bleiben die Bundrenditen auch nach ihrem Überschreiten der Marke von 40 bp auf Rezessionsniveau (leichter Anstieg ggü. Vorwoche).Bei der EZB-Pressekonferenz hat Notenbank-Chef Mario Draghi deutlich gemacht, dass man keinen Kurswechsel vollziehen, sondern sich ans Skript halten wird, das im Dezember letzten Jahres geschrieben wurde. Sprich: Das monatliche Ankaufvolumen ab April auf 60 Mrd. Euro absenken und diese Vorgabe bis zum Jahresende durchhalten. Durchhalten ist insofern ganz treffend, als es der EZB offensichtlich immer schwerer fällt, ausreichend Material zu finden. Bei deutschen Bundesanleihen kommt erschwerend hinzu, dass netto keine neuen Schuldtitel platziert werden und die Knappheitsproblematik dadurch zusätzlich steigt. Insofern ist das Beharrungsvermögen der Bundrenditen auf den derzeit niedrigen Niveaus offensichtlich mit der zunehmenden Knappheit dieser Titel in Verbindung zu bringen.

Der Druck auf den Kessel könnte jedoch steigen, wenn die US-Arbeitsmarktdaten die überaus guten Zahlen aus der Industrie - der ISM für das Verarbeitende Gewerbe signalisiert mit über 57 Punkte bereits Boomniveau - bestätigt. Im Ergebnis könnte die Spekulation über vier statt der bisher angedachten drei Leitzinserhöhungen durch die Fed zunehmen. Dass die US-Notenbank am 15. März ihren Leitzins erhöhen wird, gilt als ausgemachte Sache, nachdem Fed-Chefin Janet Yellen am vergangenen Freitag (3.3.) einen März-Schritt praktisch angekündigt hat. Wörtlich sagte sie: "... bei unserem Treffen in diesem Monat wird das Kommittee einschätzen, ob die ... [konjunkturelle Lage] mit unseren Erwartungen übereinstimmt, was ggf. eine ... Zinserhöhung ... angemessen erscheinen lassen würde."

Interessant wird im Übrigen sein, welche Signale vom zweitägigen EU-Gipfel (9. und 10.3.) ausgehen. Hier wird es zum einen um die Reaktion der EU auf protektionistische Maßnahmen von Seiten der USA gehen. Einigkeit wäre hier ein positives Zeichen im Vorfeld der Unterhauswahlen in den Niederlanden (15.3.). Letzteres ist das politisch wichtigste Ereignis der nächsten Tage. Es geht darum, wieviel Prozent die Freiheitspartei PVV des Rechtspopulisten Geert Wilders erhält. Dass Wilders eine Koalition bewerkstelligen könnte, mit dessen Hilfe er zum Regierungschef gewählt würde, halten wir angesichts der Umfragewerte (PVV: 18%) für ausgeschlossen.

Abseits davon steigen die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea bzw. Südkorea/USA und China. Nachdem Nordkorea allein im vergangenen Monat sechs Raketentests durchgeführt hat, möchte Südkorea das amerikanische Abwehrsystem Thaad installieren, was China wiederum als Provokation ansieht und mit Sanktionen gegen Südkorea beantwortet hat. Ein Lösung ist nicht in Sicht.

Insgesamt ist der Rentenmarkt in den kommenden Tagen einmal mehr im Spannungsfeld vermutlich freundlicher Konjunkturdaten, Geldpolitik und politischen Ereignissen. Von der Tendenz her stehen die Vorzeichen aus unserer Sicht auf steigende Renditen.


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