02.11.2017 18:00
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Zinsen weekly: EZB liefert nicht und hält damit Renditeniveaus unten

„Wir rechnen unverändert mit einer erneuten Zinsanhebung der Fed um 25 bp im Dezember auf dann 1,25 bis 1,50 % – trotz der niedrigen Inflationsrate“, prognostiziert HSH Nordbank-Expertin Sintje Boie.

Die EZB hat sich auf ihrer Zinssitzung am 26. Oktober recht dovish gezeigt: Sie hat zwar angekündigt, ihre Anleihekäufe ab Januar 2018 um die Hälfte auf dann 30 Mrd. Euro pro Monat zu reduzieren. Doch dieses Volumen beabsichtigt sie bis Ende September 2018 zu kaufen, womit sie von einer weiteren sukzessiven Verringerung der Käufe über die Monate à la Fed absieht, d.h. es gibt kein offizielles Ende der Käufe. Wenn es die EZB angesichts der Konjunktur- und Inflationsentwicklung für nötig erachtet, könnte das Programm – möglicherweise mit einem nochmals reduzierten Volumen – noch weiter laufen. Die Notenbank hat darüber hinaus angekündigt, dass die Tender bis Ende 2019 voll zugeteilt werden und dass noch lange nach dem Ende der Nettokäufe Fälligkeiten von Papieren weiterhin reinvestiert werden. Die Vorsicht der EZB hat die Renditen der Bundesanleihen wieder fallen lassen und dürfte deutlich höheren Renditeniveaus auch zukünftig im Weg stehen. Dabei brummt der Konjunkturmotor in der Eurozone so kräftig wie schon lange nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung legte im dritten Quartal um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal zu, nach zuvor 0,7 %. Doch das Augenmerk der EZB liegt eindeutig auf der Inflationsrate, die im Oktober mit 1,4 % leicht gesunken ist und sich damit weiter von ihrem Preisziel von knapp 2 % entfernt hat. Die Krise um die Unabhängigkeit in Katalonien hat sich – zumindest vorerst – entspannt. Mit der Aktivierung des Artikels 155 der Verfassung hat die Zentralregierung Katalonien die Autonomie entzogen, die Regionalregierung entmachtet (und wegen Rebellion angeklagt) sowie Neuwahlen für den 21. Dezember angesetzt.

In den USA setzt sich der Aufschwung mit einem Wachstum von 3,0 % (annualisiert, qoq) im dritten Quartal ebenfalls ungebremst fort. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe ist zwar im Oktober zurückgegangen, weist aber mit einem hohen Niveau immer noch auf eine kräftige Expansion in dem Sektor hin. Für den Index des Dienstleistungssektors morgen gilt Ähnliches. Die Fed-Sitzung vom 1.11. hat wenig Neues erbracht. Wir rechnen unverändert mit einer erneuten Zinsanhebung der Fed um 25 bp im Dezember auf dann 1,25 bis 1,50 % – trotz der niedrigen Inflationsrate (PCE Kernrate), die aktuell bei 1,3 % liegt. Doch die Fed sieht die niedrige Teuerung als temporäres Phänomen an, längerfristig wird sich ihres Erachtens die Inflationsrate wieder dem Preisziel von 2 % annähern. Spannender wird es um die Vorstellung eines Nachfolgers für Fed-Chefin Janet Yellen, die Präsident Donald Trump für heute (2.11.) angekündigt hat. Nach Medienberichten, die sich auf das Weiße Haus berufen, scheint Fed-Gouverneur Jerome Powell die größten Chancen zu haben, womit der jetzige geldpolitische Kurs der Fed unverändert fortgeführt werden dürfte. Ein weiteres Highlight in den USA ist die Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichtes für Oktober. Nach dem Stellenabbau im September, der durch die Hurrikans bedingt war, sollte sich wieder ein recht kräftiger Stellenaufbau ergeben.


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