23.10.2015 12:00
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Zinsen weekly: EZB marschiert zwar in Richtung QE2, wird aber vorerst nur Handlungsbereitschaft signalisieren und keine Ausweitung des Anleiheankaufprogramms beschließen

Über die vergangenen Tage sind die Renditen der Staatsanleihen aus den USA und Deutschland per saldo leicht angestiegen. Die Richtung dafür vorgegeben hat der Bank Lending Survey der EZB für das dritte Quartal 2015, der auf eine Lockerung der Kreditvergabekonditionen der Banken für Unternehmen und eine anziehende Kreditnachfrage auf Seiten von Unternehmen und Konsumenten hinwies. Das QE-Programm der EZB wird mit positiven Effekten auf die Kreditkonditionen assoziiert. Dies ist im Bereich der Unternehmenskredite am stärksten ausgeprägt. Auch im Bereich der Profitabilität wird der Effekt des QE-Programms bei den Banken noch als positiv eingeschätzt. Fazit der Marktteilnehmer: Die Anleihekäufe der EZB stimulieren die Kreditvergabe in der Eurozone und damit ist eine erneute geldpolitische Lockerung seitens der Notenbank (zunächst) nicht notwendig. Die abnehmende Spekulation auf QE2 hat die Renditen ansteigen lassen. Diese Stimmung hat zuletzt allerdings gedreht.

Neue Impulse für die Rentenmärkte sollten von den Zinsentscheidungen der EZB am 22. Oktober und der Fed am 28. Oktober ausgehen. Wir rechnen damit, dass die EZB auf ihrer Zinssitzung zwar ihre Handlungsbereitschaft zu einer Ausweitung des Anleiheankaufprogramms (QE2) signalisieren sollte, aber noch nicht tätig werden dürfte. Zunächst wird die Notenbank noch weitere Datenveröffentlichungen für die Eurozone abwarten, wie zum Beispiel die Oktober-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, den ifo Geschäftsklimaindex sowie die Schätzung der Teuerungsrate für Oktober. Letztlich sollte aber der Rückgang der Inflationsraten und der sich damit nach unten bewegende Inflationsausblick die EZB dazu bewegen, auf der Zinssitzung im Dezember eine Aufstockung der monatlichen Ankaufvolumina in Höhe von mindestens 10 Mrd. Euro anzukündigen und zum Jahresbeginn 2016 umzusetzen.

In den USA ist der Zeitpunkt der Leitzinswende nach dem Stillhalten im September mit großer Unsicherheit behaftet. Es hängt viel von den Konjunkturindikatoren ab, die sich in der letzten Zeit eher eingetrübt haben. In der nächsten Woche könnte vor allem die Veröffentlichung des BIP für das dritte Quartal Licht ins Dunkel bringen. Im Vergleich zur hohen Konjunkturdynamik im zweiten Quartal sollte die Wachstumsrate aber spürbar niedriger ausfallen. Auch die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, das Verbrauchervertrauen des Conference Board oder der Chicago Einkaufsmanagerindex sind weitere wichtige Anhaltspunkte für die Fed. Für die Zinssitzung erwarten wir kein Handeln der Fed – möglicherweise konkretisiert sie aber ihre derzeitige Position zur Leitzinswende. Die verschobene Zinswende in den USA sowie das Flirten mit QE2 in der Eurozone lassen die Renditen der Staatsanleihen zunächst auf niedrigen Niveaus verharren.


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