12.08.2016 10:00
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Zinsen weekly: Geldpolitik bleibt der wichtigste Treiber an den Märkten

In einem recht ruhigen Umfeld war in den vergangenen Tagen ein Rückgang der zehnjährigen Bundrenditen zu beobachten, während die Pendants aus den USA nahezu unverändert notieren. Zehnjährige Bunds rentieren aktuell bei -0,11%, die 10-jährigen US-Treasuries bei 1,52%. Die Hoffnung auf zusätzliche geldpolitische Stimuli durch die Zentralbanken sorgte für eine große Nachfrage durch alle Asset- Klassen hinweg. So haben die Aktienmärkte in Europa einen großen Satz nach oben gemacht (siehe Seite 3). Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen fiel erstmals in der Geschichte unter die Marke von 1 Prozent. Eine überzeugende fundamentale Grundlage für diesen Rückgang ist auf den ersten Blick nicht zu fin-den. Das Land steht weiterhin ohne eine handlungsfähige Regierung dar. Des Weiteren ist noch völlig unklar, wie die Haushaltsdefizite verringert werden, das Bild wird aber durch die expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken verzerrt.

Datenseitig bot der am vergangenen Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli eher die Grundlage für steigende Zinsen. Die Zahl von 255 Tsd. neuen Stellen im Juli übertraf wie schon im Juni deutlich die Erwartungen der Marktteilnehmer. Außerdem stiegen die Löhne im Monatsvergleich leicht kräftiger an als allgemein erwartet worden war. Die Partizipationsrate, d.h. der An-teil der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, stieg ebenfalls leicht. Allerdings ist diese im letzten Aufschwung genauso stark zurückgegangen wie die Arbeitslosenquote selbst. Dieser Faktor dürfte die Fed dazu verleiten mit einer Leitzinserhöhung weiter abzuwarten.

Am 12. August veröffentlicht Eurostat erste BIP-Zahlen für Q2 auf Ebene der Mitgliedsstaaten. Auch das Wachstum der Eurozone wird in einer zweiten Schätzung bekanntgegeben. Nachdem die Industrieproduktion sich im Juni recht freundlich entwickelte, u.a. lag sie in Deutschland bei 0,5% yoy, ist davon auszugehen, dass die Eurozone im zweiten Quartal weiterhin moderat gewachsen ist. Auch in Deutschland dürfte das BIP ordentlich zugelegt haben. Weitere wichtige Datenveröffentlichungen in den nächsten Tagen sind die Zahlen zur Industrieproduktion und zur Preisentwicklung sowie zum Bausektor in den USA.

Fallen diese Daten positiv auf, dürften die Spekulationen auf eine baldige Leitzinsanhebung neue Nahrung erhalten. In diesem Zusammenhang ist genau auf die Äußerungen der wichtigsten US-Notenbanker zu achten. Wird eine Zinsanhebung in diesem Jahr vorbereitet oder doch erst im nächsten Jahr? Wir dagegen erwarten den zweiten Zinsschritt der Fed nicht vor Ende des nächsten Jahres. Allerdings könnten auch die Spekulationen über weitere geldpolitische Maßnahmen der EZB stärker werden, nachdem die Bank of England erste Maßnahmen nach dem EU-Austrittsreferendum angeschoben hat. Daher dürfte derzeit noch kein Platz für größere Zinsanstiege sein.


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