29.07.2016 11:29
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Zinsen weekly: Renditen im Rückwärtsgang

Renditen erneut im Rückwärtsgang, obwohl Fed eher Optimismus verbreitet. Allerdings steigt Nervosität wegen US-Wahlen und niedrigerer Ölpreis übt Druck auf Inflation aus.

In einem grundsätzlich ruhigen Umfeld sind die Staatsanleiherenditen in den vergangenen Wochen erneut um fünf bis sieben Basispunkte gefallen. Zehnjährige Bunds rentieren bei -0,08% und die Pendants aus den USA bei 1,52%. Überzeugende Gründe für diese Entwicklung sind auf den ersten Blick nicht zu finden. Die Fed beispielsweise lieferte eher Munition für steigende Zinsen. So verwies die US-Notenbank auf die auf kurze Sicht abnehmenden Risiken in der US-Wirtschaft und verzichtete auf den Verweis externer Risiken. Die Aktienmärkte wiederum verhielten sich bei eher freundlichen Quartalsergebnissen in den letzten Tagen unauffällig (siehe Seite 3). Und der Verzicht der EU-Kommission, Strafzahlungen für Spanien und Portugal aufgrund der Verfehlung der Defizitziele zu verhängen, dürfte einige Marktbeobachter beruhigt haben, wenngleich die Entscheidung der Glaubwürdigkeit der EU eher schadet. Am ehesten kann man den Ölpreis als Erklärung für die niedrigeren Renditen heranziehen, der erneut gefallen ist (siehe Seite 5) und erneut Druck auf die Inflation ausübt. Ein weiterer Punkt, der einige Marktteilnehmer nervös machen dürfte, ist die morgige Veröffentlichung der Stresstests der Europäischen Bankenaufsicht EBA (29.7.). Der unter besonderer Beobachtung stehende italienische Bankensektor hat seine Probleme bislang noch nicht gelöst. Potential für Unruhe birgt auch der Wahlkampf in den USA, der nach der endgültigen Nominierung von Donald Trump für die Republikaner und Hillary Clinton für die Demokraten stärker in das Bewusstsein der Menschen dringen dürfte. Da Trump in den letzten nationalen Umfragen mehrheitlich vorne liegt, dürften sich mehr und mehr Marktteilnehmer mit den Konsequenzen eines US-Präsidenten Trump auseinandersetzen – um von diesem Ereignis nicht so kalt erwischt zu werden wie von dem unerwarteten Brexit-Votum.

Die nächsten Tage werden durch zwei wichtige Notenbanksitzungen bestimmt. Die Bank of Japan wird morgen entscheiden, ob und wie sie die Wirtschaft mit geldpolitischen Maßnahmen in Schwung bringen will. Notenbankchef Haruhiko Kuroda hat erst gestern das viel thematisierte Helikoptergeld ausgeschlossen. Dennoch erscheint eine Erhöhung des ohnehin großen Anleihenankaufprogramms wahrscheinlich und eventuell kommt es zusätzlich zu einer Zinssenkung. Am Donnerstag (4.7.) wird die Bank of England vermutlich den Leitzins von derzeit 0,5% auf 0,25% oder sogar auf 0% senken. Diese Maßnahmen sprechen für sich genommen eher für global weiter sinkende Renditen. Dem stehen allerdings zahlreiche schwergewichtige US-Konjunkturindikatoren gegenüber (BIP Q2, ISM-Indizes und Arbeitsmarktdaten), die vermutlich positiv ausfallen werden und die Spekulation auf eine baldige Leitzinsanhebung anheizen könnten. Das würde den Markt in die entgegengesetzte Richtung treiben. Wir rechnen damit, dass die Notenbankbeschlüsse ein größeres Gewicht auf die Anleihen ausüben, so dass die Renditen unter dem Strich sinken sollten.

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