07.04.2017 09:30
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Zinsen weekly: Staatsanleiherenditen zwischen geopolitische Nervosität und positiven Konjunkturdaten

Die Renditen der Staatsanleihen der USA und Deutschlands sind erneut gefallen. Konjunkturell bestand dazu wenig Grund. Zwar zeigten die Automobilverkäufe in den USA eine gewisse Schwäche und auch der ISM für das verarbeitende Gewerbe ist leicht gesunken. Dafür ist aber die Beschäftigung laut ADP-Report in den USA kräftig gestiegen und die PMI-Indizes der Eurozone signalisieren eine Wachstumsbeschleunigung in der Industrie. Außerdem ist im ersten Quartal das Wirtschaftswachstum der USA mit 2,1% deutlich besser ausgefallen, als einige Auguren wie die Atlanta Fed das vorhergesagt hatten.

Von der (geo-)politischen Front geht jedoch Verunsicherung aus, die sich offensichtlich vorzugsweise an den Rentenmärkten niederschlägt. Dazu gehören u.a. der Terroranschlag in St. Petersburg  und das nahende Referendum über den Ausbau der Machtposition des Präsidenten Recep Erdogan in der Türkei (16. April) und der Brexit-bezogene Streit um Gibraltar. Weiter rückt die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich (23. April) stärker in den Fokus der Anleger. Obwohl die Umfragen eher beruhigend ausfallen - der linksliberale Kandidat Emmanuel Macron läge in einer Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen deutlich vorne - trauen viele dem Frieden nicht. Eine ganz besondere Beobachtung verdient der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinpings bei seinem Kollegen Donald Trump (6.4. und 7.4.). Dass im Vorfeld Trumps höchst umstrittener Berater Stephen Bannon aus dem Nationalen Sicherheitsrat der USA vom Präsidenten entlassen wurde, werten wir tendenziell als ein gutes Zeichen für den China-Besuch, auch wenn Trump in den vergangenen Tagen andeutete, es könnten schwierige Gespräche mit Xi werden. Und schließlich will Donald Trump erneut versuchen, ein Gesetz zum Umbau der Gesundheitsreform Obamacare im Kongress zur Abstimmung zu bringen. Dieses Vorhaben ist ein wichtiger Gradmesser für die Regierungsfähigkeit der republikanischen Partei.

Von der Fed kamen aber Signale, die die langfristigen Renditen wieder nach oben schicken könnten. So wurde laut dem jüngste Fed-Sitzungsprotokoll intensiv diskutiert, wann man die Bilanzsumme der Fed allmählich reduzieren könnte. Dabei war vom „späteren Jahresverlauf“ die Rede. Konkret geht es zunächst nur darum, die Beträge fälliger Anleihen nicht wieder zu reinvestieren. Bemerkenswert war außerdem, dass die Fed auf die Kursanstiege in verschiedenen Assetklassen hingewiesen hat (u.a. Gewerbeimmobilien, High Yield Bonds), was tendenziell für eine straffere Geldpolitik spricht.

Ansonsten stehen für die nächsten Tage einige Konjunkturdaten auf der Agenda, allen voran die Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten für den vergangenen Monat (7.4.) sowie die Industrieproduktionszahlen für Frankreich und Deutschland im Februar (auch 7.4.). Interessant wird darüber hinaus sein, ob die Inflation im März auch in den USA rückläufig ist. Wir rechnen tendenziell mit steigenden Renditen in der kommenden Berichtswoche.


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