29.04.2016 09:30
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Zinsen weekly: Tür für US-Zinsanhebung im Juni bleibt offen

An den Rentenmärkten gab es in den vergangenen Tagen nur wenig Bewegung. Die Investoren blieben in Wartestellung in Bezug auf die Fed-Sitzung, die weder mit einem Zinsschritt noch mit eindeutigen Hinweisen hinsichtlich der nächsten Zinserhöhung verbunden war. Die Tür für eine Anhebung des Leitzinses im Juni ist unverändert offen, zumal die Fed weiterhin auf die Erholung am Arbeitsmarkt hinwies und internationale Risiken nicht gesondert betonte. Letztlich bleibt sie datenabhängig und wird dabei auf die Entwicklungen bei der Beschäftigung (neue US-Daten für April am 6. Mai), die Inflation (PCE-Inflation vom März am 29. April) und den Grad der Nervosität an den internationalen Finanzmärkten achten. An dieser Front geht es schon seit einigen Wochen relativ ruhig zu. Der VIX-Volatilitätsindex liegt bei niedrigen 14 Punkten. Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen stetig gestiegen und die Aktienmärkte haben sich tendenziell freundlich gezeigt. Von China vermeldeten die Industrieunternehmen zuletzt einen Anstieg der Gewinne im März um 11,1% gegenüber Vorjahr. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer Prognose eines Zinsschrittes der Fed im Juni fest.

Einen Strich durch die Rechnung könnte der Brexit machen, über den nur wenige Tage nach der Juni-Sitzung der Fed abgestimmt wird (Referendum am 23. Juni). Die OECD warnte gestern (27.4.) vor den negativen Folgen eines Brexit, der einer zusätzlichen Steuerbelastung von 2200 Pfund pro Haushalt in Großbritannien gleichkäme und das Risiko einer Destabilisierung der EU mit sich brächte. Die US-Vorwahlen könnten im Laufe des zweiten Halbjahres ebenfalls Turbulenzen nach sich ziehen, wenn die Umfragen auf einen Präsidenten Donald Trump hindeuten, der die letzten fünf Vorwahlen am 25.4. für sich entscheiden konnte. Um Wahlen geht es auch in Spanien: Dort stehen nun endgültig Neuwahlen am 26. Juni auf der Agenda. Die Risikoprämie auf zehnjährige Staatsanleihen hat auf diese erwartete Nachricht kaum reagiert. In Griechenland ist die steigende Nervosität zu spüren, da die Geldgeber (IWF, Euroländer) und Athen sich nicht auf neue Maßnahmen einigen konnten. Konkret geht es unter anderem um einen so genannten Vorratsbeschluss, den die griechische Regierung zur Entlastung des Haushalts um 3,4 Mrd. Euro durchsetzen soll. Dieser Beschluss soll dann in Kraft treten, wenn in 2018 das Primärüberschussziel (Budgetüberschuss vor Zinszahlung) von 3,4% des BIP nicht erreicht wird. Zwar wird schon wieder über Neuwahlen in Griechenland spekuliert – Ministerpräsident Tsipras hat nur eine knappe Mehrheit im Parlament –, aber wir gehen derzeit noch von einer hinreichenden Kompromissbereitschaft auf beiden Verhandlungsseiten aus. Die gute Entwicklung der Kreditvergaben in der Eurozone – stärkster Zuwachs bei Unternehmenskrediten seit November 2011 – beruht in erster Linie auf einer starken Expansion der Kreditvergabe in Deutschland und Frankreich, während sich in Italien und Spanien die seit 2012 rückläufige Tendenz ungebremst fortgesetzt hat.

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