16.10.2015 09:30
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Zinsen weekly: Zinsen bleiben im Rückwärtsgang

In den vergangenen Tagen hat sich an den Rentenmärkten wenig getan. Angesichts schlechter Wirtschaftsdaten aus China blieben die Investoren auf der sicheren Seite. Die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries und ihrer deutschen Pendants beendeten die Berichtsperiode mit 2,00 bzw. 0,55% nur knapp unter dem Niveau der Vorwoche. In China bestätigen die rückläufigen Ex- und insbesondere Importe sowie der Abwärtstrend der Preise die stärkere Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Deshalb wird der Veröffentlichung der chinesischen BIP-Daten des dritten Quartals 2015 Anfang nächster Woche mit Sorge entgegengesehen.

In der Eurozone nimmt die Erwartung immer mehr zu, dass die EZB die Geldschleusen ein weiteres Stück öffnen wird. Yves Mersch, das Direktoriumsmitglied der EZB, merkte an, es dürfte aufgrund der Euro-Stärke und der niedrigen Rohstoffpreise länger dauern, bis der EZB-Inflationszielwert von knapp unter 2,0% erreicht wird. Mersch unterstrich wie schon zuletzt EZB-Chef Mario Draghi die Bereitschaft der Zentralbank, wenn nötig, alle Instrumente zu nutzen, um das Inflationsziel zu erreichen. Deshalb wird die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag mit Spannung erwartet. Wir rechnen zwar nicht mit geldpolitischen Beschlüssen. Dafür sollte aber die verbale Vorbereitung von QE2 konkretere Formen annehmen. Argumente dafür lieferte nach der rückläufigen Inflationsrate auch die Industrieproduktion. Sie verringerte sich im August wie erwartet um 0,5% mom. Neue Anhaltspunkte, wie die Unternehmen ihre Lage und Perspektiven einschätzen, liefern Ende nächster Woche die Einkaufsmanagerindizes.

In den USA wird die Verschiebung der Leitzinswende immer wahrscheinlicher. US-Notenbanker Charles Evans sagte, er halte Mitte kommenden Jahres für den besten Zeitpunkt eines Zinsschrittes. In diese Richtung tendierten ebenfalls die jüngsten Daten. So legten die US-Einzelhandelsumsätze im September lediglich um 0,1% mom zu. Darüber hinaus wurde der Augustwert von 0,2 auf 0,0% revidiert. Ferner wurden im Beige Book, dem Konjunkturbericht der Fed-Bezirke, vorsichtigere Töne angeschlagen. Demnach sieht es so aus, als ob die Wirtschaft Tempo verliert. Aus Sicht der Fed dürfte jedoch der unerwartet starke Rückgang der Produzentenpreise auf -1,1% yoy (Vormonat: -0,8% yoy) die größere Rolle spielen. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass die Fed statt im Dezember erst Ende des ersten Quartals 2016 die Leitzinsen anheben wird. In den nächsten Tagen rechnen wir mit keiner grundlegenden Veränderung des etwas blasseren Konjunkturbildes. Veröffentlicht werden eine Reihe von Daten des Immobilienmarktes (u.a. NAHB-Hauspreisindex) sowie die Industrieproduktion und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan. Alles in allem spricht in erster Linie die Notenbankpolitik in den USA und in der Eurozone für niedrigere Staatsanleiherenditen.

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Quelle

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