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07.06.2018 16:55

Unternehmensanleihen weekly: Erneut kräftige Ausweitungen bei iBoxx und iTraxx. Aufwärtstrend bei Zinsen und Spreads hält an

Die letzte Woche brachte noch einmal kräftige Ausweitungen beim iBoxx auf nunmehr über 60 Basispunkte (inklusive Financials). Auffällig dabei ist, dass die Ausweitung diesmal auch die Top-Bonitäten betraf: Im Ratingspektrum von AAA bis A bis zu 5 Basispunkte in einer Woche. Das beobachtet man verhältnismäßig selten.

Die Ausweitung der CDS-Indizes iTraxx und CDX scheint mittlerweile einem Muster zu folgen: Sprunghafter Anstieg (wie im Februar, April und jetzt Anfang Juni), gefolgt von einer Phase trendsuchender Seitwärtsbewegung. Der Anstieg im europäischen iTraxx war zuletzt deutlich ausgeprägter als bei seinem US-amerikanischen Pendant. Dafür machen wir zum einen die politische Situation Italiens verantwortlich, es ist aber darüber hinaus auch denkbar, dass die Ankündigung der EZB, demnächst über den Ausstieg aus dem QE-Programm zu beraten, eine Rolle gespielt hat.

Der Ausweitungstrend der Spreads bleibt unser Auffassung nach intakt. Die fundamentalen Fakten sprechen klar dafür: Ungebrochenes Wachstum der Kreditnachfrage bei steigenden Zinsen und damit steigenden Kreditrisiken.

Ein weiterer Faktor könnte in naher Zukunft diesen Trend noch verstärken. „Schwarze Null“ ist für die USA kein Thema, ihre Ausgaben übersteigen regelmäßig die Einnahmen. Das ist nichts Neues, nur wird das US-Budgetdefizit voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren noch stärker zunehmen als sonst. Grund dafür ist die von der Trump-Administration geplante und in Teilen schon umgesetzte Kombination aus Steuererleichterungen und höheren Ausgaben. Die Ratingagentur S&P sagt voraus, dass das US-Defizit von aktuell 666 Mrd. USD auf 991 Mrd. USD ansteigen wird. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber 2015.

Dazu künstlich durch Protektionismus verteuerte Produkte und es entsteht ein spürbarer Inflationsdruck, der zusätzlich die Zinsen in die Höhe treiben wird.    Voraussichtlich und trotz aller Unabhängigkeit wird die US-Notenbank Fed während der aktuellen Amtszeit von US-Präsident Trump keine „unpopulären“ Maßnahmen umsetzen, die die größte Volkswirtschaft der Welt auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Aber spätestens in 2021 könnte dies ein drängendes Thema werden.

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Quelle

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