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02.10.2017 14:30

Blätter fallen, Kurse steigen: Goldener Aktien-Herbst voraus!?

Das Beste kommt zum Schluss – weiss nicht nur der Volksmund, sondern auch der Börsianer. Denn im vierten Quartal steigen die Aktienkurse (fast) garantiert. Seit seinem Start am 31.12.1987 hat der DAX die drei Monate zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember nur dreimal in den roten Zahlen beendet. Allzu viel Aufmerksamkeit sollten Income-Investoren der Statistik aber nicht schenken. Zeit für Aktien ist immer!

Das Beste kommt zum Schluss – weiss nicht nur der Volksmund, sondern auch der Börsianer. Denn im vierten Quartal steigen die Aktienkurse fast immer. Beispiel DAX: Seit seinem offiziellen Start am 31.12.1987 hat der Frankfurter Leitindex die drei Monate zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember nur dreimal in den roten Zahlen abgeschlossen.

Nur dreimal ein Verlust im Herbst

Abgesehen von 1991, 2000 und 2008 stand unter dem Strich stets ein Gewinn, im Durchschnitt statte 8%. Rein statistisch liegt die Wahrscheinlichkeit, im letzten Viertel des Jahres mit Aktien Geld zu verdienen, also bei knapp 90% – und das, obwohl zu dieser Zeit im DAX keine einzige Dividende gezahlt wird.

DAX Goldener HerbstIm ersten und zweiten Quartal haben die Aktionäre der deutschen Top-Firmen dagegen in den vergangenen drei Jahrzehnten immerhin je zehnmal Miese gemacht. Die Erfolgsquote liegt mithin bei lediglich 67%. Noch schlechter sieht’s im dritten Viertel aus, das sogar nur in 15 von 30 Jahren ein positives Vorzeichen hat.

Die Sache mit der Statistik

Doch wie sagte Reporter-Legende Werner Hansch mal während eines Bundesligaspiels: „Rein statistisch ist jeder dritte Mensch ein Chinese, aber hier spielt gar kein Chinese mit“. Auch wenn die Saisonalität ein ziemlich robustes Phänomen ist, für das sich obendrein durchaus schlüssige Begründungen finden lassen – ob die traditionelle Jahresendrally auch 2017 stattfindet, wissen wir wie immer erst am Silvestertag. Und dass die Börse der Statistik gerne widerspricht, konnten wir ja gerade erst sehen. Mit einem DAX-Plus von 4% hat das dritte Quartal schließlich seinen miserablen Ruf Lügen gestraft.

Saisonalität als Impuls nutzen

Jetzt Vollgas zu geben und in der Hoffnung auf schnelle Gewinne die gesamte Cash-Reserve in Aktien oder DAX-Papiere zu stecken, ist deshalb pure Zockerei. Wer jedoch ohnehin ein paar langfristige Positionen auf- oder ausbauen will, kann die Statistik durchaus als letzten „Stupser“ nehmen. Macht ja auch Spaß, wenn im Januar die ersten Dividenden eintrudeln und man dann bereits ein bisschen vorne liegt…

Zeit für Aktien ist immer!

Ansonsten sollten Income-Investoren der Saisonalität nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Zeit für Aktien ist immer! Nur ist es im 4. Quartal eben in aller Regel besonders töricht, wenn man keine hat.

Christian W. Röhl ist Unternehmer und Kapitalmarkt-Stratege – vor allem aber Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ in Vorträgen und Seminaren sowie auf seinem Blog DividendenAdel und bei Twitter (@CWRoehl).

Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Kolumne dient nur der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Der Autor haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

Christian W. Röhl ist Unternehmer, Kapitalmarkt-Stratege – und Investor, der sein eigenes Vermögen verwaltet. Einblicke in seinen Investment-Alltag gibt der Autor des manager magazin-Bestsellers "Cool bleiben und Dividenden kassieren" auf seinem Blog DividendenAdel sowie in Vorträgen und Workshops.

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