03.02.2017 08:00
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Aktien weekly: Trump-Angst überwiegt Unternehmenszahlen. Aktienmärkte verzeichnen Rückgänge

Nachdem in der letzten Woche aufgrund positiver Gewinnzahlen – vor allem im S&P 500 – an den Aktienmärkten die Euphorie zurückkehrte, ist es schon wieder vorüber. In dieser Woche verlor der DAX 2,1 % und notiert derzeit bei 11647 Punkten. Schlimmer traf es den Eurostoxx 50, der gar 2,7 % verlor, der S&P 500 verlor 0,9 % und liegt derzeit bei 2279 Punkten. Die größten Verluste im DAX fanden am Montag und Dienstag statt. Mit Rückgängen von 1,12 % und 1,25 % sind dies die beiden größten Negativbewegungen an einem Tag seit der US-Wahl. Zeichen dafür, dass „risk-off“-Bewegungen die Rückgänge erklären sind die Anstiege in den Volatilitätsmaßen VIX (S&P) und V1X (DAX) sowie des Goldpreises an den selben Tagen. Ein Grund dafür dürfte das Bild sein, das der neue US-Präsident seit seiner Amtsübernahme abgegeben hat. International wurden einige seiner vielzähligen „Executive Orders“ mit großer Skepsis aufgenommen. Vor allem die letzte große Anordnung, nämlich das Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimisch geprägten Staaten, wurde sowohl in den USA als auch international scharf kritisiert. Die teilweise chaotischen Szenen an Flughäfen sowie die Proteste gegen die Maßnahme sind symbolisch dafür, wie einschneidend die Präsidentschaft sein könnte. Siemens – gegenwärtig das größte Unternehmen im DAX – verzeichnete am Mittwoch deutliche Zuwächse, nachdem die Gewinne im vierten Quartal 2016 um 44 % höher ausfielen als von Analysten erwartet. Dies stabilisierte den gesamten Index in dieser Woche.

Seit der Wahl Donald Trumps ist die Konfrontation mit der US-Regierung mit ihren größten Handelspartnern ein großes Thema. Zuletzt hat Trump Japan und China bezichtigt, ihre Währungen zu manipulieren und deshalb gegenüber den USA einen Wettbewerbsvorteil zu besitzen. Peter Navarro, einer von Trumps wichtigsten ökonomischen Beratern, hatte derweil auch Deutschland vorgeworfen, der Grund für den hohen Leistungsbilanzüberschuss sei ein unterbewerteter Euro. Dies könnten Indizien dafür sein, dass die US-Regierung nicht nur gegenüber China und Mexiko, sondern auch gegenüber der Eurozone und Japan bald Drohungen in der Handelspolitik aussprechen wird. Im „Kampf“ um Wettbewerbsfähigkeit mit Mexiko führte diese Rhetorik vor allem zu Aufwertungen des Dollar gegenüber dem Peso, auf die US-Aktienmärkte war der Einfluss eher gering. Dies könnte in einem Handelskrieg mit den großen Exportnationen China, der Eurozone und Japan durchaus anders laufen. Vor allem Produkte aus der Eurozone und Japan, die auf Qualitäts- anstatt auf Preisvorteile setzen, dürften auch in Zeiten des Protektionismus in den USA genügend Abnehmer finden. Wenn die US-Nachfrager nicht ausweichen, werden sie am Ende durch deutlich steigende Importpreise bestraft. Kurzfristig könnte aber ein Handelskrieg sogar noch schlimmer ablaufen für die US-Wirtschaft: Die Preisanstiege würden einen schnelleren Zinsanhebungszyklus der Fed in Gang setzen. Der Dollar würde gestärkt, was die US-Wirtschaft weniger wettbewerbsfähig machen würde – die neue US-Regierung stünde schlecht da. Für die auf Importe angewiesenen großen US-Konzerne dürfte ein solches Szenario kaum Positives bieten. Gegenwärtig wird allerdings im Rahmen der Border-Adjustment-Tax darüber diskutiert, im Gegenzug zu einer steuerlichen Verteuerung der Importe die Unternehmenssteuersätze deutlich zu reduzieren. Nicht zuletzt darauf basierte die Euphorie an den US-Aktienmärkten in den letzten Monaten.

Die Fed-Entscheidung, das Zinsniveau bei ihrer Sitzung am 2.2. nicht zu verändern, war keine Überraschung. Es gab in dieser Woche keine Pressekonferenz, im veröffentlichten Statement wurde das positive Bild der US-Konjunktur bestätigt. Für die nächste Fed-Sitzung im März kann aus den Fed funds futures eine Erhöhungswahrscheinlichkeit von 30 % abgeleitet werden.

In den kommenden Wochen wird der DAX weiterhin vor allem von den Unternehmensberichten sowie der Politik des neuen US-Präsidenten getrieben werden. Bisher haben im DAX erst vier von 30 Unternehmen ihre Zahlen veröffentlicht.


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