03.02.2017 08:20
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Devisen weekly: Zentralbanken im Fokus, Navarro-Äußerungen bewegen Währungspaare

In der Berichtswoche stieg EUR/USD um 0,4 % auf 1,078 an. Der Kurs reagierte insbesondere auf die Äußerungen von Peter Navarro, Präsident des amerikanischen Nationalen Handelsrates, der Euro sei unterbewertet und würde insbesondere Deutschland einen unfairen Handelsvorteil verschaffen. Wie erwartet setzte die Fed bei ihrer Zinssitzung am 1. Februar keine höheren Leitzinsen an, da der Arbeitsmarkt weit von einer Überhitzung entfernt sei und man abwarten müsse, welche konjunkturellen Maßnahmen vom Senat tatsächlich umgesetzt werden. Gestützt wurden die Aussagen unter anderem von den Anträgen auf Arbeitslosenbeihilfe für die dritte Kalenderwoche in Höhe von 259.000 (Konsens: 247.000). In der Eurozone konnte vor allem die positive Inflationsrate überzeugen, welche im Januar auf Jahresrate 1,8 % erreichte. Problematisch für die künftigen Entscheidungen der EZB dürften die divergierenden Entwicklungen der Mitgliedsstaaten sein. In den nächsten Tagen dürften die Januar-Arbeitslosenzahlen der USA (3.2.) auf die Devisenmärkte Einfluss nehmen.

Der Yen notiert bei 112,7 USD/JPY und wertet zur ablaufenden Berichtswoche um 0,8 % auf. In die zuletzt positiven Konjunkturdaten Japans reihten sich die Industrieproduktionszahlen von 0,5 % MoM (Konsens: 0,3 %) ein. Die BoJ beließ in ihrer Zinsentscheidung den Einlagenzins von -0,1 % und den Leitzins von 0,3 % sowie das Anleihekaufprogramm unverändert bei 80 Billionen Yen jährlich. Zudem verlautet die veröffentlichte Arbeitslosenrate von 3,1 % positive Konjunktursignale. Dies wurde zwar am Markt positiv aufgenommen, jedoch wird der Yen weiterhin von dem Spannungsverhältnis zu Trump getrieben. Dieser warf Japan am Mittwoch (01.02.) eine vorsätzliche Abwertung des Yen vor, woraufhin dieser aufwertete. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe konterte, die Behauptung sei nicht auf den Yen anzuwenden. Damit dürften derartige Äußerungen weiterhin die Verunsicherung des Handelsverhältnisses zu den USA und den Kurs des Yen bestimmen.

Das Währungspaar EUR/GBP steht aktuell um 0,2 % verändert bei 0,851. Abgesehen von einer Aufwertung des Pfund auf 0,863 EUR/GBP im Zusammenhang der Äußerungen Navarros zum Euro und der Veröffentlichung eines positiv aufgenommenen Verarbeitenden Gewerbes von 55,9 für Dezember 2016 steht die erste Zinsentscheidung der Bank of England im Fokus. Wenn auch jüngste Konjunkturdaten keine unmittelbaren Auswirkungen des Brexit erkennen lassen und die BoE ihre Erwartungen des BIP-Wachstums in 2017 von 1,4% auf 2 % erhöht, sieht Gouverneur Mark Carney keinen Handlungsbedarf und belässt den Leitzins wie erwartet bei 0,25 %. Zusätzlich wird die BoE ihr im August 2016 gestartetes 6-monatiges Anleihekaufprogramm nicht verlängern. Heute stellt die britische Regierung ihre Verhandlungsstrategie im Parlament vor, nachdem ihr das Unterhaus das Recht gegeben hatte, die Austrittsverhandlungen mit der EU aufzunehmen.

Der Schweizer Franken notiert derzeit bei 1,069 EUR/CHF und gewinnt gegenüber dem Euro 0,4 % an Wert. Für die Schweizer Währung war der Stand am Montag von zwischenzeitlich 1,064 Euro der tiefste Wert seit August 2015. Auch gegenüber dem Dollar notiert der Franken zwischenzeitlich stärker als die in den jüngsten Tagen erstarkte US-Währung. Als Auslöser beider Entwicklungen können die Anschuldigungen von Peter Navarro gegenüber Deutschland und dem Euro gesehen werden. Trotz der jüngsten Aufwertungstendenzen sieht die SNB von weiteren Interventionen ab, da im Rahmen zukünftiger Leitzinsanhebungen der Fed mit einer Aufwertung des Dollars gerechnet wird. Die Zahlen zu Fremdwährungsreserven der SNB nächsten Donnerstag könnten Hinweise auf mögliche Interventionen geben.


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