Aufschwung in Deutschland setzt sich fort

Geschäftsklima steigt zum fünften Mal


Lange wurden sie vermisst, aber nun sind sie da: die guten Nachrichten von der deutschen Konjunktur. Der gestrige Tag stand sogar regelrecht im Zeichen guter Zahlen aus Deutschland. So ist nach Angaben des ifo-Instituts der Geschäftsklimaindex für Deutschland im September von 88,8 auf 89,1 gestiegen. Der Index der Lagebeurteilung legte von 88,5 auf 89,1 zu, der Index der Erwartungen rückte von 89,0 auf 90,4 vor. Für den Geschäftsklimaindex war dies bereits der fünfte Anstieg in Folge. Das ifo-Institut sieht Deutschlands Konjunktur damit in einem Aufschwung, der sich langsam fortsetzt. Für das sich seinem Ende zuneigende dritte Quartal erwartet das Institut in Deutschland eine BIP-Wachstumsrate von 0,1 %. Allerdings sei diese Wachstumsverlangsamung nur temporär. Das BIP wurde durch Sonderfaktoren gebremst, die in den Folgequartalen wieder aufgeholt würden.

Konjunkturforscher zuversichtlicher


Die freundlichen Signale des ifo-Geschäftslimas sind stimmig mit den neuen Prognosen der Konjunkturforschungsinstitute, welche ihr Herbstgutachten veröffentlicht haben und zu denen auch das ifo-Institut gehört. Die Institute erwarten im laufenden Jahr ein BIP-Wachstum von 1,3 % (darin enthalten ist ein Kalendereffekt in Höhe von 0,3 Prozentpunkten). Im kommenden Jahr sollen es dann 1,1 % werden, wobei der Kalendereffekt 2027 mit 0,1 % etwas geringer ausfällt als in diesem Jahr. Ohne die höhere Zahl der Arbeitstage wäre also ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 1 % zu erwarten. Für die Inflation sind die Institute skeptischer als zuvor. Nach 2,8 % im laufenden Jahr soll sich der Anstieg der Verbraucherpreise mit +3,2 % im Jahresdurchschnitt 2027 sogar beschleunigen.

Bundesländer: Hessen vorn!

Eine Bilanz für das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr zogen gestern die Statistischen Landesämter. Die Wirtschaftsleistung in ganz Deutschland legte um 0,9 % zum Vorjahreszeitraum zu. An der Spitze der Bundesländer lag Hessen mit einem Plus um 1,8 %. Auch Baden-Württembergs Bilanz kann sich sehen lassen. Die Wirtschaftsleistung im Südwesten stieg um 1,4 %. Schlusslicht war dieses Mal Thüringen, wo das BIP sogar um 0,8 % schrumpfte.

Heute US-Zahlen im Fokus

Zum Wochenausklang kommen einige Zahlen aus der zweiten Reihe. Die Geldmenge im Euroraum dürfte im August um 3,5 % zum Vorjahresmonat zugelegt haben, was einer leichten Beschleunigung der Wachstumsrate im Vergleich zum Berichtsmonat Juli bedeuten würde. In den USA dürfte sich die Wachstumsrate der Auftragseingänge langlebiger Güter (Durable Goods Orders) im August verlangsamt haben von +1,1 % auf +0,2 %.



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