Steigende Renditen und Inflationsangst belasten
Einkaufsmanagerindizes gestern im Fokus.
Laut dem Finanzdienstleister S&P Global legte der zu den wichtigsten Frühindikatoren zählende Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - im September um zwei Punkte auf 53,8 Zähler zu. Dies ist der höchste Stand seit elf Monaten. Das Barometer tendiert damit nunmehr deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ausschlaggebend für die überraschend gute Entwicklung war das Wachstum im Servicesektor. Das Barometer sprang nach fünfmonatigem Rückgang über die Wachstumsschwelle und landete bei 52,9 Punkten. Gleichzeitig ging es mit dem Barometer für die Industrie etwas nach unten: Es hielt sich mit 53,8 Zählern aber in der Wachstumszone. Die jüngsten Konjunkturdaten nähren die Hoffnung auf eine nachhaltige Belebung der deutschen Wirtschaft. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für 2026 nun mit einem BIP-Wachstum von 1,3 %, getragen von robusteren Exporten, steigenden Industrieaufträgen und Fiskalimpulsen, vor allem für Verteidigung und Infrastruktur. Besonders der Handel innerhalb der EU stützt die Konjunktur. Der Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Energiepreisrisiken belasten hingegen weniger stark als im Frühjahr erwartet wurde. Von einem Ende der strukturellen Probleme wie hohe Kosten, schwache Investitionen und zunehmende Konkurrenz aus China kann dennoch keine Rede sein.
Eintrübung diplomatischer Hoffnung belastet Märkte
Mit Blick auf den Rentenmarkt blockieren anhaltend robuste Konjunktursignale auch aus den USA mithin jedwede Ansätze zur Kurserholung. Zudem spielte die Aussage des US-Notenbankdirektor Michael Barr den Renten-Bären in die Karten: Er geht davon aus, dass die Fed nach der jüngsten Zinserhöhung nochmal nachlegen muss. Außerdem stieg der Ölpreis wieder, nachdem auf der UN-Generalversammlung zwischen den USA und dem Iran keine Annäherung erkennbar war. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich zeitweise nahe 5,0 %. Die Aktienmärkte reagierten auf die Gemengelage mit Kurseinbußen. Der DAX verlor 0,7 %, der S&P 500 ging mit einem Minus von 0,75 % aus dem Handel.
Makrokalender gut bestückt
Auf der Tagesordnung steht heute der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank. Kurz danach wird in Deutschland das ifo Geschäftsklima für September publiziert. Laut unserer Prognose dürfte der Gesamtindex leicht von 88,8 auf 89,2 Punkte auf den höchsten Stand seit Mai 2024 steigen. Aus den USA kommen am Nachmittag Daten zu den Neubauverkäufen sowie zum Stand der Leistungsbilanz in Q2. Nicht zuletzt ist der Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi in Washington bei Donald Trump interessant. Wichtige Themen dürften eine Verlängerung des handelspolitischen Burgfriedens, die US-Sanktionen gegen den Iran, die Regulierung der KI sowie Waffenverkäufe der USA an Taiwan sein.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


