| Argumente für beide Seiten |
| Obwohl auch die abgelaufene Woche beim DAX® nochmals ein neues Rekordhoch (12.842
Punkte) brachte, kann die Entwicklung nicht mehr als unumwunden positiv bezeichnet
werden. Schließlich sorgen die Gewinnmitnahmen in der Wochenmitte dafür, dass unter
dem Strich ein „bearish engulfing“ zu Buche steht. Trotzdem ist selbst der steile
Haussetrendkanal seit Juli 2016 (Begrenzung akt. bei 11.776 bzw. 13.328 Punkten) absolut
intakt. Aufgrund des trendfolgenden Charakters müssen sich Anleger deshalb solange
keine Sorgen machen, wie die deutschen Standardwerte oberhalb der alten Ausbruchsmarken
bei 12.391/76 Punkten notieren. Eine weitere wichtige Unterstützung besteht in Form
der Kurslücke von Ende April (12.162 zu 12.289 Punkten). Neben dem trendfolgenden
Charakter der technischen Analyse gibt es zwei weitere Mutmacher: Zum einen hat der
DAX® auf Dollarbasis – also wie sich das Aktienbarometer aus Sicht eines US-Investors
präsentiert – gerade neue Rekordstände verbuchen können. Zum anderen nehmen obere
Trendwenden regelmäßig Zeit in Anspruch (siehe Analyse unten). Dieses Verhaltensmuster
spricht demnach ebenfalls gegen eine scharfe DAX®-Abrisskante. |
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DAX® (Weekly) |
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| Aufwärtstrend bestätigt |
| Seit dem historischen Hochstand des US-Dollar zum brasilianischen Real vor gut anderthalb
Jahren bei 4,26 BRL befand sich der Greenback im Korrekturmodus. In der abgelaufenen
Woche hat die US-Valuta diese dann auf eindrucksvolle Weise beendet. Doch der Reihe
nach: Zunächst einmal hat sich die Kombination aus der 38-Monats-Linie (akt. bei 3,14
BRL), der 50%-Korrektur des Aufwärtsimpulses von März 2013 (3,10 BRL) sowie dem Basisaufwärtstrend
seit Sommer 2011 (akt. bei 3,09 BRL) als solides Sprungbrett erwiesen. Neben dem Verteidigen
der angeführten Bastion sorgen der Bruch des seit Januar 2016 bestehenden Baissetrends
(akt. bei 3,17 BRL) bzw. die Rückeroberung der 38-Wochen-Linie (akt. bei 3,22 BRL)
für weitere konstruktive Chartargumente, zumal die beschriebenen Ausbrüche durch den
MACD bestätigt werden. Nachdem der Trendfolger zuvor bereits eine positive Divergenz
ausgeprägt hatte, liegt mittlerweile ein klares Kaufsignal vor. Die Hochpunkte vom
letzten Quartal vergangenen Jahres bei rund 3,50 BRL definieren nun das nächste Anlaufziel,
ehe die horizontalen Barrieren bei 3,68/70 BRL in den Fokus rücken. Als Absicherung
für neue USD-Longpositionen bieten sich die o. g. Ausbruchsmarken bei 3,22/17 BRL
an. |
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USD/BRL (Weekly) |
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| Der ultimative Deckel |
| Den Bruch des Korrekturtrends seit Sommer 2015 sowie die erfolgreiche Bodenbildung
bei gut 350 Punkten haben sich als der erwartete Katalysator für den Stoxx Europe
600 herauskristallisiert. Mit dem jüngsten Verlaufshoch (397 Punkte) haben die europäischen
Standardwerte nun die „ultimative Widerstandszone“ erreicht. Schließlich gelang es
dem Aktienbarometer weder in den Jahren 2000 und 2007 noch 2015 die Hürde bei 400
Punkten nachhaltig zu überspringen. Mit anderen Worten: Zwischen 401 und 415 Punkten
wartet die ultimative Widerstandszone auf die Aktienmarktbullen (siehe Chart). Da
der MACD unverändert „long“ positioniert ist, erwarten wir in den nächsten Monaten
einen echten Test der angeführten Barrieren. Trotz des intakten Aufwärtstrends seit
Herbst 2011 (akt. bei 319 Punkten) wird ein Sprung über die angeführten Hürden alles
andere als ein Selbstläufer. Gelingt allerdings der Befreiungsschlag, wäre die Tragweite
umso größer: Schließlich wäre dann sogar die Schiebezone der letzten 20 Jahre beendet,
was im Umkehrschluss nochmals für ein neues prozyklisches Einstiegssignal sorgen würde. |
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STOXX® Europe 600 (Monthly) |
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| Die grundsätzliche Marktstruktur |
| Am Kursverlauf des Stoxx Europe 600 lässt sich noch ein ganz grundsätzliches Verhaltensmuster
exemplarisch aufzeigen: Während untere Trendwenden sich am Aktienmarkt häufig durch
eine hohe Dynamik auszeichnen, benötigen Wendepunkte auf der Oberseite regelmäßig
deutlich mehr Zeit. Für die obere Trendwende ist also ein gewisser Distributionsprozess
charakteristisch. Aufgrund der derzeit zunehmenden Diskussionen um die Ausprägung
eines möglichen Tops möchten wir vor allem die wichtigen Wendepunkte der Jahre 2000,
2007 und 2015 unter die Lupe nehmen. Von März bis September 2000 „beschäftigte“ sich
das Aktienbarometer insgesamt sechs Monate mit dem Widerstand bei gut 400 Punkten.
2007 „hangelte“ sich der Index zwar nur drei Monate an der ultimativen Barriere entlang,
doch im Herbst kam es zu einem zweiten „Echohoch“ (391 Punkte). Vor allem in der Summe
wurde eine saubere Toppbildung ausgeprägt. Selbst im Jahr 2015 wurde die Kernwiderstandszone
über einen Zeitraum von sechs Monaten getestet ehe ein nachhaltiger Abverkauf einsetzte.
Als Kernbotschaft können Investoren also mitnehmen: Selbst im negativen Fall eines
Markttops sollte es zunächst im Bereich der Barrieren bei 400 Punkten zu einem mehrmonatigen
Distributionsprozess kommen. |
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STOXX® Europe 600 (Monthly) |
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