DAX® - Holpriger Wochenauftakt hinterlässt Spuren

HSBC Daily Trading

Holpriger Wochenauftakt hinterlässt Spuren

Es sind schon verrückte Zeiten, mit denen DAX®-Investoren aktuell konfrontiert werden. Nachdem sich das Aktienbarometer – ausgehend vom Märztief bei 8.256 Punkten – binnen sechs Wochen um nahezu 3.000 Zähler erholen konnte, mussten die deutschen Standardwerte in den letzten beiden Handelstagen wiederum erneute Kursverluste von fast 800 Punkten hinnehmen. Aus charttechnischer Sicht hinterlässt diese Achterbahnfahrt doppelte Spuren. So musste der DAX® zum einen der massiven Widerstandszone bei gut 11.000 Punkten (Tief, Fibonacci-Level, Gap) Tribut zollen, zum anderen liegt damit auf Tagesbasis ein „bearisher“ Keil vor (siehe Chart). Besonders bemerkenswert ist dabei, dass diese negative Weichenstellung mit einer Kurslücke nach unten (10.839 zu 10.578 Punkte) vollzogen wurde. Wenngleich der Handelsstart heute etwas Entspannung beim DAX® bringen sollte, gilt es aufgrund der vorliegenden Belastungsfaktoren doch die Kernunterstützung bei 10.300 Punkten unbedingt zu verteidigen. Die 38,2%-Korrektur des Abwärtsimpulses von Februar/März bildet hier zusammen mit dem Tief von Dezember 2018 (10.279 Punkte) und den jüngsten Verlaufstiefs bei rund 10.250 Punkten eine wichtige Rückzugszone.


pfeil-rotDAX® (Daily)
Chart DAX®


Was Anleger jetzt vom MACD lernen können!

Gestern hatten wir auf die besondere Konstellation beim trendfolgenden MACD auf Wochenbasis hingewiesen. So notiert der Indikator historisch niedrig. In der gesamten Börsenhistorie der deutschen „blue chips“ seit 1988 erreichte der MACD niemals zuvor so tiefe Werte wie aktuell. Über diese bloße Feststellung hinaus können Anleger derzeit aber sehr viel mehr aus dem Trendfolger lernen. Zunächst zum tieferen Verständnis des Standardindikators: Zu dessen Berechnung wird die Differenz zwischen zwei Gleitenden Durchschnitten ermittelt. Gängige Standardeinstellungen sind dabei 12 und 26 Perioden. Die gegenwärtige Extremkonstellation dokumentiert also, dass die beiden Glättungslinien auf Wochenbasis weiter auseinanderliegen als jemals zuvor! Bisher haben wir den MACD auf Indexebene angewandt. Im nächsten Schritt funktionieren wir den Trendfolger zu einem „Marktbreitebarometer“ um, indem wir analysieren, für wie viele der 30 DAX®-Einzeltitel ähnliche Extremwerte gelten. Drei Unternehmen aus der 1. Börsenliga (Covestro, Linde und Vonovia) haben wir aufgrund der jeweils begrenzten Historie ausgeklammert. Es verbleibt also nur noch eine Grundgesamtheit von 27 Indexmitgliedern (Fortsetzung siehe unten).


pfeil-rotDAX® (Weekly)
Chart DAX®


Was Anleger jetzt vom MACD lernen können!

Für jedes dieser 27 Unternehmen haben wir die jeweilige Konstellation des Wochen-MACD auf den Prüfstand gestellt. Wir möchten Sie nicht mehr länger auf die Folter spannen: Während der Trendfolger bei sechs Titeln auf dem niedrigsten Stand des Jahrtausends notiert, hat der Indikator bei sieben weiteren zumindest die Tiefpunkte der Finanzmarktkrise unterschritten. Bei fast 50 % der verbliebenen DAX®-Mitgliedern notiert der MACD also auf Rekordtiefs oder unterhalb der Lows von 2008/09! Aber auch die Analyse, der Werte ohne Extremkonstellation bietet einen Mehrwert. Schließlich weist der Trendfolger bei neun weiteren Titeln positive Divergenzen auf, indem die jüngsten Verlaufstiefs im eigentlichen Chartverlauf nicht mehr durch entsprechende Indikatorenpendants bestätigt wurden. Solche Divergenzen sind häufig ein Vorbote einer nahenden Trendwende. Weitere 33 % aller DAX®-Mitglieder sind demnach aus diesem Blickwinkel heraus interessant. Per Saldo stellt die Auswertung des MACD-Indikators – sowohl auf Index- als auch auf Einzeltitelebene – aufgrund der vorliegenden Extremwerte einen unterstützenden Faktor dar. Die Ausprägung eines „zweiten Standbeines“ sollte deshalb moderat ausfallen und der DAX® das Märztief bei 8.256 Punkten nicht mehr ausloten.


pfeil-rotDAX® (Weekly)
Chart DAX®


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Quelle

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