Die Schwankungsbreite der deutschen Standardwerte ist gestern mit über 300 Punkten deutlich angesprungen. Die Betonung der potentiellen DAX®-Unterstützungen an den letzten Handelstagen hat sich aufgrund des gestrigen Schwächeanfalls als goldrichtig erwiesen.......
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Korrektur ausgeweitet
Die Schwankungsbreite der deutschen Standardwerte ist gestern mit über 300 Punkten deutlich angesprungen. Die Betonung der potentiellen DAX®-Unterstützungen an den letzten Handelstagen hat sich aufgrund des gestrigen Schwächeanfalls als goldrichtig erwiesen. Insbesondere das Abgleiten unter die 38-Tages-Linie (akt. bei 13.198 Punkten) hat den Kursrutsch beschleunigt. Dieser Entwicklung zollen auch die Trendfolger MACD und Aroon Tribut, die jüngst synchron neue Ausstiegssignale generiert haben. Im Verlauf des Volatilitätsindikators VDAX-new® liegt aktuell zudem eine abgeschlossene Bodenbildung vor – ein Indiz, dass die nächsten Tage holprig bleiben dürften. Somit liegt das Hauptaugenmerk aktuell auf der Schlüsselunterstützung aus der 200-Tages-Linie (akt. bei 12.745 Punkten) und dem deckungsgleichen Jahrestief vom ersten Handelstag des Jahres. Spätestens auf diesem Niveau sollte die aktuelle Verschnaufpause auslaufen, denn ansonsten müssten Investoren die Kursentwicklung der letzten Monate als klassisches Doppeltopp interpretieren, aus dem sich ein kalkulatorisches Abschlagspotential von knapp 800 Punkten ergeben würde. Um den größten Druck vom DAX® zu nehmen, ist indes eine Rückeroberung des gleitenden Durchschnitts der letzten 38 Tage notwendig.
DAX® (Daily)
Aus vorangegangenen Blasen lernen
Gestern verwiesen wir auf den besten Jahresauftakt beim S&P 500® seit 1997 (+5,3 %). Nur wenige Anleger hatten nach der Rally von 2017 nochmals einen so erfolgreichen Januar auf dem Radarschirm. Diese Erkenntnis führt uns zu einem Szenario, das wir im Rahmen unseres „Jahresausblicks“ mitunter diskutiert haben: So vermissen die Aktienbullen die Ausprägung einer „Fahnenstange“ nach Norden – gewissermaßen den „final blow-off“, der die Rally endgültig beendet. Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass eine nochmalige Dynamisierung des Aufwärtstrends keinesfalls eine zwingende Voraussetzung für die Ausprägung eines wichtigen Markttopps darstellt. Aber die großen Blasen der letzten 90 Jahre zeichnen sich oftmals durch eine solche Entwicklung aus. Deshalb haben wir die Kursentwicklung der letzten sechs Monate vor dem Topp diverser Blasen (Dow Jones 1929, Gold 1980, Nikkei 1989, Nasdaq 2000, S&P Homebuilding Index 2005 und Öl 2008) analysiert. Im Durchschnitt kam es im letzten halben Jahr vor dem Topp zu Kurszuwächsen von 71 %. Selbst wenn nur die vier Aktienmärkte berücksichtigt werden, beträgt das Kursplus gut 45 %. Die aktuelle 6-Monats-Kursentwicklung von + 16 % beim S&P 500® spricht demnach eher für eine unterdurchschnittlich ausgeprägte oder gar eine noch fehlende Blase.
S&P 500® (Weekly)
Trendlinienbündel aus dem Lehrbuch
Unser Buy-Trigger bei 1.000 USD hat seine Wirkung auf die Amazon-Aktie nicht verfehlt (siehe „HSBC Daily Trading“ vom 17. Oktober). Schließlich konnte der Technologietitel seither nochmals um mehr als 40 % zulegen. Doch möglicherweise ist das Papier aktuell reif für eine Konsolidierung, denn aus charttechnischer Sicht gilt es aktuell ein dickes Brett zu bohren. Zum einen fallen bei 1.441/60 USD zwei unterschiedliche Fibonacci-Projektionen zusammen, zum anderen bremsen die Aktie aktuell drei verschiedene Trendlinien aus (siehe Chart). Gemeint ist die Trendlinie (akt. bei 1.449 Punkten), welche die Hochs von Mai und Oktober 2016 verbindet, eine interne Trendlinie seit April 2009 (akt. bei 1.453 USD) sowie die Trendlinie über die Hochs von 2009 und 2011 (akt. bei 1.465 USD). Ein direkter Durchmarsch durch dieses lehrbuchmäßige Widerstandsbündel wird durch das obere Bollinger Band (akt. bei 1.407 USD) bzw. den MACD erschwert. So notiert der Trendfolger auf historisch einmaligen Niveaus und stieg zuletzt zudem nahezu senkrecht an. Eine erste Unterstützung besteht in Form der jüngsten Aufwärtskurslücke auf Tagesbasis bei 1.337/27 USD, bevor das Hoch vom November vergangenen Jahres bei 1.213 USD wieder in den Fokus rückt.
Amazon.com (Weekly)
Angeschlagen
Aus charttechnischer Sicht musste die Aktie der Deutschen Bank zuletzt zwei massive Nackenschläge verkraften. Per Abwärtsgap (15,47 EUR zu 15,33 EUR) musste der Banktitel die flach verlaufende 200-Tages-Linie (akt. bei 15,39 EUR) preisgeben. In der Folge kam es zudem zum Bruch des im September 2009 etablierten Erholungstrends (akt. bei 15,12 EUR). Unter dem Strich ist die Gefahr einer temporären Toppbildung absolut gegeben, zumal die Kursentwicklung des letzten halben Jahres zugleich als Bärenflagge interpretiert werden muss (siehe Chart). Die in der jüngsten Schwächephase anziehenden Umsätze sowie die frischen Ausstiegssignale seitens des MACD auf Tages- wie auch auf Wochenbasis unterstreichen dieses Risiko. Eine ehemalige Trendlinie (akt. bei 14,22 EUR) definiert in diesem Umfeld eine erste Unterstützung. Charttechnisch bedeutsam ist allerdings erst der Haltebereich aus der 50%-Korrektur des gesamten Erholungsimpulses von September 2016 bis Mai 2017 (13,33 EUR) und dem Jahrestief 2017 (13,11 EUR). Um das angeschlagene Chartbild zu verbessern, müsste das Papier indes zumindest die o. g. Glättungslinie zurückerobern.
Deutsche Bank (Daily)
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