Der Irankrieg eskaliert weiter

Gasfelder in Iran und Katar attackiert


Berichte über eine Reaktivierung einer Ölpipeline zwischen der nordirakischen Stadt Kirkuk zum türkischen Hafen Ceyhan brachten am Dienstag etwas Entspannung an den Ölmärkten. Diese währte jedoch nur kurz: Gestern legten die Ölpreise wieder zu. Zum einen dämmerte es den Akteuren offenbar, dass die irakisch-türkische Pipeline-Umleitung nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten würde, und zum anderen eskalierte der Irankrieg weiter. Iranische Medien vermeldeten gestern einen Angriff auf ihre Energie-Infrastruktur. Demnach wurden iranische Anlagen am weltgrößten Gasfeld South-Pars nach einer israelischen Attacke beschädigt. Dem US-Präsidenten Trump zufolge sei die USA nicht involviert gewesen. Iran antwortete heute Nacht mit Attacken auf die größte LNG-Anlage Katars in Ras Laffan, was dem Betreiber Qatar Energy zufolge zu großen Schäden führte. Die Ölpreise legten weiter zu, für ein Barrel Brent muss inzwischen über 110 US-Dollar bezahlt werden. Die Sorge um eine Energiekrise wächst, da in Ras Laffan das weltgrößte Exportterminal für verflüssigtes Gas betrieben wird. Rund 20 % des weltweiten LNG-Angebotes wird von dort geliefert. Die Aktienmärkte gaben kräftig nach, gestern in Europa und den USA, und heute früh auch an den asiatischen Börsenplätzen.

Die Fed wartet erst einmal ab

Wie reagieren die Notenbanken auf die hieraus entstehenden Inflationsrisiken? Dass die Fed das Tagesgeldzielband unverändert bei 3,50 % - 3,75 % belassen würde, war so erwartet worden. Spannend waren die "Dot-Plots": Diesen neuen Leitzinsprojektionen zufolge wird für das Jahr 2026 weiterhin ein einziger Zinssenkungsschritt um 25 Basispunkte erwartet, unverändert zum Dezember. Damit verharrt die US-Notenbank in einer abwartenden geldpolitischen Haltung. Das Meinungsbild unter den Notenbankern darüber, wie lange die Zinspause andauern sollte, ist nach Maßgabe des "Dot Plots" augenscheinlich gespalten. Die Ungewissheit über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die ohnehin noch erhöhte Inflation erschwert der Notenbank ihren Job. Es sei laut Fed-Chef Powell zu früh, das Ausmaß und die Dauer der potenziellen Auswirkungen abzuschätzen. Der Weg zu baldigen Leitzinsanhebungen erscheint angesichts der eingetrübten Arbeitsmarklage ziemlich weit.

Heute tagt die EZB


Die gestern veröffentlichten Daten zu den US-Produzentenpreisen fielen über den Erwartungen aus. Demnach legte der Produzentenpreisindex im Februar um 0,7 % zu, nach 0,5 % im Januar. Erwartet wurde lediglich ein Zuwachs von 0,3 %. Die Effekte der steigenden Energiepreise dürfte erst in den März-Daten spürbar sein. Unterdessen setzt sich der Notenbank-Sitzungsmarathon rund um den Globus fort, heute in Frankfurt bei der EZB. Wie schon bei ihrem US-Pendant wird an der Zinsschraube wohl nicht gedreht, aber die Begleitrhetorik im Kontext der Verwerfungen an den Energiemärkten dürfte unter besonderer Beobachtung stehen.


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