10.05.2016 12:26
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Devisen monthly: Bank of Japan noch zögerlich

USD/JPY: Yen wertet nach BoJ-Entscheidung stark auf. Dollar verliert, während die Fed datenabhängig bleibt. 

Das Währungspaar USD/JPY  fiel seit Mitte März von 111 um etwa 3,6% auf 107, womit der Yen seine Aufwertung gegenüber dem US-Dollar fortgesetzt hat. Die Bank of Japan (BoJ) versuchte im Januar sich durch einen negativen Einlagenzins diesem Trend entgegenzustellen, blieb aber erfolglos. Grund dafür mag die vorsichtige Haltung der Fed im Bezug auf weitere Zinserhöhungen sein. Weiter scheinen die Anleger aber auch Furcht davor zu haben, dass alte Carry-Trade-Positionen aufgelöst werden könnten, wodurch der Yen aufwertet. Um diesen Risiken auszuweichen, verkaufen Investoren den Yen.

Dennoch könnte es vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung in Japan sein, dass die BoJ erneut monetäre Maßnahmen ergreift, denn an der Konjunkturfront zeichnet sich ein trübes Bild ab: Der Nikkei Einkaufsmanagerindex fiel im April auf 48,2 und setzt somit seinen seit Ende 2015 anhaltenden Abwärtstrend fort. Zwar ist die Arbeitslosenquote mit 3,2% weiterhin auf einem niedrigen Niveau, doch die andauernde Periode der niedrigen Inflation sorgt die japanischen Notenbanker weiter. So fiel die Inflation im April auf Jahressicht in den negativen Bereich (-0,1%). Dennoch vertagte die BoJ auf ihrem April-Treffen weitere expansive Maßnahmen. Gouverneur Kuroda bekräftigte die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen, doch die Notenbanker wollen die Auswirkungen der Januar-Entscheidungen (u.a. negativer Einlagenzins) auf die japanische Volkswirtschaft weiter beobachten. Der Markt war im Vorfeld der Sitzung von einer Ausweitung der expansiven Maßnahmen ausgegangen, sodass der Yen kurz nach Bekanntgabe der BoJ-Entscheidung stark aufwertete, während der Nikkei Aktienindex an Boden verlor. Sollte die Fed den Leitzins im Juni anheben, könnte die BoJ kurz danach mit einer Zinssenkung folgen und den Yen schwächen.

Ob die Fed aktiv wird, hängt von der Datenlage ab: Der ISM Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe fiel im April auf 50,8 und entwickelte sich somit leicht schwächer als der Markt erwartet hatte. Die Kerninflation ist weiterhin positiv und befand sich im März im Vorjahresvergleich bei 2,2%. Zusätzlich zeigt sich der Arbeitsmarkt in einer guten Verfassung. So liegt die Zahl der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe seit über 60 Wochen unter der wichtigen Marke von 300.000, der längste Zeitraum seit 1973. Dennoch verlangsamte sich das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres auf 0,5% und bestätigte somit den Trend aus dem ohnehin schwachen Vorquartal. Vor diesem Hintergrund entschied die Fed auf ihrem April-Treffen die Zinsen in unveränderter Höhe zu belassen. Des Weiteren wollen die Notenbanker, die in ihrem Statement auf Äußerungen über globale Risiken verzichteten, zukünftig ihre Entscheidungen stärker von der amerikanischen Konjunkturentwicklung abhängig machen. Die Entscheidung der Fed sorgte am Markt für keine großen Kursbewegungen, da eine Zinserhöhung auf dem April-Treffen kaum jemand erwartet hatte. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im Juni sehen wir bei etwas über 50%.

Entscheidend für weitere Maßnahmen wird sein, ob die japanische Inflation sich langsam in die gewünschte Richtung entwickelt und ob die US-Konjunktur ihr Wachstum verstetigen kann. Die Untätigkeit der BoJ hat den Markt teils sehr überrascht, sodass die Äußerungen der Notenbanker und die relevanten Wirtschaftsdaten weiterhin großen Einfluss auf die Stärke der Währung haben dürften. Vor dem Hintergrund einer von uns erwarteten Zinserhöhung der Fed auf ihrem nächsten Treffen am 15.06. dürfte die Volatilität des Wechselkurspaares im Vorfeld der Sitzung erneut steigen und das Währungspaar am Ende des Jahres bei ca. 112 liegen.


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