31.08.2017 18:10
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Devisen weekly: Draghis Passivität beim Symposium in Jackson Hole stärkt den Euro. Dritte Verhandlungsrunde des Brexit könnte das Pfund schwächen. Yen zeigt sich vom nordkoreanischen Raketenabschuss unbeeindruckt

Die Rekordfahrt des Euros geht weiter. Die Gemeinschaftswährung konnte in der zurückliegenden Berichtswoche über die Marke von 1,20 US-Dollar klettern. Zum Ende der Vorwoche notierte EUR/USD noch bei 1,17 und steht momentan bei 1,19. Die neuen geopolitischen Spannungen zwischen Nordkorea und Japan, die am Montag (28.08.) in einem nordkoreanischen Raketenstart gipfelten, leisteten ihren Beitrag zur Aufwertung der Gemeinschaftswährung. Auch die Weigerung Mario Draghis, beim Notenbanktreffen in Jackson Hole am vergangenen Wochenende (24.-26.08.) zur Geldpolitik und zum starken Euro Stellung zu beziehen, hat die Aufwärtsphantasien der Gemeinschaftswährung tendenziell beschleunigt. Dies kann der EZB-Chef jedoch bei der nächsten Notenbank-Sitzung im September (07.09.) nachholen, zumal ein starker Euro die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Peripherie mittelfristig untergraben und auch die Inflationsentwicklung eindämmen würde. Neben der EZB-Sitzung werden die US-Arbeitsmarktdaten, der ISM-Index und die durchschnittlichen Stundenlöhne (alle 01.09.) den Verlauf des Währungspaares in der kommenden Woche maßgeblich bestimmen.

EUR/GBP notiert aktuell bei 0,9209 und blieb damit ggü. der Vorwoche unverändert. Nach der Rede des EZB-Präsidenten Draghi in Jackson Hole konnte der Euro am Ende der letzten Woche sichtbar zulegen. Die Anleger deuteten das Schweigen Draghis in Bezug auf die Euro-Stärke als Indiz dafür, dass die EZB zunächst einmal nicht gegen die Aufwertung des Euros tätig wird. Darüber hinaus findet diese Woche die dritte Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien über den Brexit statt (Ergebnisse werden heute Abend verkündet). Sollten sich die Parteien zu keinem der drei Themen (Bürgerrechte, Austrittszahlung und Nordirland-Grenze) einigen, droht die Luft allmählich dünn zu werden und das Pfund sollte weiter abwerten, zumal in Oktober schon die nächste Verhandlungsphase ansteht. Dann soll nämlich erst über die künftige Handelsbeziehung gesprochen werden. Konjunkturell dürfte es nächste Woche spannend werden, wenn die PMI-Daten veröffentlicht werden. Außerdem steht die Zinssitzung der EZB an (07.09.).

USD/JPY erreichte in dieser Berichtswoche wieder die Marke von 110 (+1,1 % zur Vorwoche). Zuletzt waren es geopolitische Faktoren, die die Aufmerksamkeit auf den Wechselkurs lenkten. Doch die Anleger sind sich nicht ganz einig darüber, wie sie den Raketenabschuss der Nordkoreaner am Devisenmarkt interpretieren sollen. Das macht eine Prognose des Yens besonders schwierig. Viel dürfte daher von der Entwicklung des Dollars abhängen und somit insbesondere von Trumps Unberechenbarkeit sowie seiner geplanten Anhebung der US-Schuldenobergrenze. Zusätzlich könnten der finale Wert für das japanische BIP-Wachstum im zweiten Quartal (08.09.) sowie der Beschäftigungszuwachs der USA in August interessant werden (01.09.)


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