10.02.2017 13:27
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Devisen weekly: Konjunkturdaten bewegen Devisenpaare EUR/USD, USD/JPY, EUR/GBP, EUR/CHF

EUR/USD geriet in den letzten Tagen unter Druck und notiert bei 1,07, 1 % schwächer zur Vorwoche. Die schwache Lohnentwicklung in den USA und die Furcht vor US-Protektionismus hatten zuletzt die Dollar-Euphorie gebremst. Zuletzt gaben die jüngsten Entwicklungen innerhalb der Eurozone dem Greenback Auftrieb. So sorgten  die enttäuschenden Einzelhandelsumsätze der Eurozone für Dezember (+1,1 % YoY) und die aufkommende Diskussion um einen Schuldenschnitt für Griechenland für einen Abverkauf des Währungspaars. Der IWF macht seine Unterstützung für weitere Hilfsmaßnahmen von einem Schuldenerlass abhängig. Zusätzlich belasteten die enttäuschenden Konjunkturdaten Deutschlands (u.a. Rückgang der Exporte um -3,3 % vs -1,1 % Konsens) den Euro.

Das Währungspaar USD/JPY bleibt weiterhin in einem fallenden Trend und notiert gegenwärtig bei 112,20, 0,8 % niedriger als in der vorherigen Woche. So führten die am vergangenen Freitag veröffentlichten enttäuschenden US-Lohnzuwächsen zu einer Abwertung des Dollars. Der Yen gewann außerdem aufgrund des überraschend starken Anstiegs der Auftragseingänge im japanischen Maschinenbau (6,7 % YoY) und des Anstiegs des japanischen Handelsbilanzüberschusses. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen birgt das für Samstag (11.02.) angesetzte Treffen zwischen US-Präsident Trump und Premierminister Abe eine gewisse Brisanz und dürfte die Devisenmärkte bewegen.

Das Pfund Sterling festigte sich mit 0,852 EUR/GBP nach vorherigen Ausschlägen über 0,86 EUR/GBP nahe der 0,85er-Marke. Unterstützung erhielt das Pfund durch die Äußerungen von BoE-Direktoriumsmitglied Kirstin Forbes, dass angesichts steigender Inflationserwartungen und guter UK-Konjunktur frühzeitig monetäre Anpassung vorgenommen werden sollten. Auf der anderen Seite könnte die Absage von EZB-Präsident Mario Draghi einer frühzeitigen Reduzierung des QE-Programms den Euro geschwächt haben. Zusätzlich wird der Euro durch die jüngsten deutlich gesunkenen Umfragewerte von Le-Pen-Kontrahent François Fillon im Zusammenhang mit der französischen Präsidentschaftswahl belastet. Die Angst vor einem Wahlsieg Marine Le Pens nimmt offensichtlich zu. In Großbritannien wurde der Gesetzesvorschlag zum EU-Austritt im Unterhaus mit großer Mehrheit gebilligt. Am 7. März dürfte die abschließende Abstimmung stattfinden, so dass dem Antrag bei der EU dann nichts mehr im Weg steht.

Der Schweizer Franken notiert bei 1,064 EUR/CHF und wertete erneut um 0,4 % ggü. der Vorwoche auf. Verantwortlich für die leichten Gewinne der Schweizer Währung könnten Risk-Off-Bewegungen gewesen sein. Eerneute Diskussion um einen zukünftigen Schuldenschnitt Griechenlands sowie die Furcht vor einem Le Pen-Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich waren dabei treibende Ereignisse. Aus den für Januar veröffentlichten Devisenreserven lassen sich keine unmittelbaren Interventionen der SNB ablesen. In den nächsten Tagen können Meldungen aus Frankreich und den Niederlanden (Wahlen am 15. März) tendenziell den Franken aufwerten lassen.


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