Friedenshoffnung bringt neue Allzeithochs

Gemischter Start in die Berichtssaison


An dieser Stelle hatten wir gestern einen Rückblick auf die Berichtssaison zum vierten Quartal veröffentlicht, mit Fokus auf europäische Unternehmen. Diese fiel ganz gut aus, mit kräftigen operativen Gewinnsteigerungen. Ob dieser positive Grundtenor auch in Q1 bestätigt werden kann, wird sich zeigen. Der Start in die Berichtssaison der Unternehmen aus dem Euro Stoxx 50 fiel diese Woche gemischt aus. Der Chipausrüster ASML machte gestern den Anfang mit vollständigen Zahlen. Der wertvollste europäische Konzern erhöhte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr von 34 - 39 Mrd. Euro auf 36 - 40 Mrd. Euro, der Nettogewinn legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17 % auf 2,8 Mrd. Euro zu. Der Konzern profitiert vom KI-Boom und liefert die Maschinen zur Produktion der leistungsfähigen Halbleiter. Ernüchternd fielen dagegen die Umsatzupdates der Luxuskonzerne aus: Nachdem am Montag LVMH bereits enttäuschte, folgten gestern Hermès und der Gucci-Eigentümer Kering (Gucci). Der Iran-Krieg hinterlässt seine Spuren im Geschäft mit Luxuswaren: Ausbleibende solvente Touristen aus den Golfstaaten sowie ein starker Euro drücken auf Umsatz und Gewinn, selbst beim lange Zeit widerstandsfähigen französischen Hermès-Konzern.

Neue Verhandlungen in Sicht

Gescheiterte Friedensgespräche am Wochenende, Sperrung der Straße von Hormus auch durch die USA, Hoffnung auf neue Friedensgespräche: In dieser Chronologie stieg das Eskalationsrisiko im Iran-Krieg gleich zu Wochenbeginn an, bevor die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Gespräche wieder die Oberhand gewann: Steigende Kurse für Risikoassets waren die Folge. Die US-Seeblockade soll den Druck auf Iran erhöhen und Ölexporte und damit Öleinnahmen reduzieren. Dem US-Militär zufolge wirkt die Blockade: Mehrere Tanker im Golf von Oman und in der Straße von Hormus stoppten oder drehten ab, einige offenbar auf Anweisung des US-Militärs. Washington droht allen Schiffen, die ohne Genehmigung iranische Häfen anlaufen, mit Abfangen, Umleitung oder Beschlagnahme. Nun haben die USA ein neues Pfund in den Verhandlungen, die vermutlich wieder in Islamabad stattfinden dürften. China als Hauptziel der nun geblockten Öltanker übte zuletzt Druck auf Iran aus, die Straße von Hormus zu öffnen. Trump ist zuversichtlich, eine Einigung zu erzielen: "Ich denke, es wird bald vorbei sein", so der US-Präsident gegenüber Fox News.

Neue Allzeithochs an der Wall Street

Die Hoffnung auf baldigen Frieden gab US-Aktien gestern weiteren Rückenwind. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq-Index erreichte ein neues Allzeithoch. Damit sind naturgemäß sämtliche Verluste seit dem Beginn des Irankriegs egalisiert, und die beiden Indizes legten seit dem Tief am 30. März eine beeindruckende Rally von 10,7 % bzw. 14,2 % hin - beeindruckend, vor allem vor dem Hintergrund der hohen Bewertungen. Die Anleger haben diesmal nur sehr zögerlich verkauft, aber sehr beherzt zugegriffen, nachdem es erste Hinweise auf mögliche Verhandlungen gab. Derweil versucht Trump wieder einmal abzulenken: Er möchte Powell entlassen - er soll nicht nur als Fed-Vorsitzender, sondern seinen Platz auch im Fed-Direktorium räumen. In puncto Geldpolitik steht heute Nachmittag eine Rede des EZB-Ratsmitglieds Isabel Schnabel im Fokus.


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