10.01.2022 15:00
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Größerer Spielraum für Kapitalschutzprodukte (DZB Marktmonitor)

Anleihemärkte mit deutlichem Renditeschub | Kapitalschutz-Konditionen auf höchsten Stand seit Sommer 2020 | Jahresendrally hinterlässt Spuren bei Bonus- und Expresszertifikaten

Die Zinsen steigen wieder. In den USA ist die Rendite für zehnjährige Anleihen in den vergangenen drei Wochen von unter 1,4 auf 1,8 Prozent geklettert. Die jüngsten Beschlüsse der amerikanischen Notenbank und die Sorgen vor einer anhaltend hohen Inflation haben zu dieser dynamischen Entwicklung geführt. In der Eurozone können Sparer von solchen Zinssätzen nur träumen. Trotzdem ist die generelle Entwicklung hier ähnlich. Die 10-jährigen Bundrenditen bewegen sich immerhin am Rande der Nulllinie, nachdem kurz vor Weihnachten Werte von minus 0,4 Prozent verzeichnet wurden. Bei der EZB spricht man aktuell von dem Risiko einer mittelfristig höheren Inflation durch die zunehmend angestrebte Wende zu grünen Energiequellen.

Die steigenden Zinsen sind vor allem für die Konditionen von Kapitalschutzprodukten ein Segen, da sie den finanziellen Spielraum der Emittenten vergrößern. Das zeigt sich auch bei unseren Musterzertifikaten auf den Euro Stoxx 50. Die durchschnittlich gemeldete Partizipationsrate für den 90-Prozent-Garanten ist zum Ende der abgelaufenen Woche auf den höchsten Stand seit August 2020 gestiegen. Ähnlich sieht es bei dem Garantiezertifikat mit Gewinnkappung aus, wo der Cap jetzt wieder recht deutlich über der 100 Prozent-Marke taxiert wird.

Die Renditechancen der Bonus- und Expresszertifikate hingegen haben im Zuge der Rallye an den Aktienmärkten vor und nach den Feiertagen einen kleinen Dämpfer erhalten. Sollte sich die in den vergangenen Tagen zu beobachtende Korrektur der Aktienkurse allerdings weiter fortsetzen, dürfen die Volatilitätsindizes und damit auch die Konditionen schnell wieder anziehen.

 

DZB Marktmonitor - Konzept und Hintergrund
DZB Marktmonitor ist die kommentierte Übersicht zu den aktuellen Benchmark-Konditionen für sechs klassische Zertifikate-Strukturen. Als Datenbasis dienen Preisindikationen, die fünf Emittenten dem Zertifikateberater wöchentlich für die Auswertung zur Verfügung stellen. Die Rahmenbedingungen (Struktur, Laufzeit, Puffer, Basiswert) bleiben dabei immer gleich, so dass Trends bei den jeweils darstellbaren Ertragschancen bzw. Partizipationsraten ablesbar werden. Denn diese verändern sich je nach Marktumfeld und hängen von verschiedenen Parametern wie Zinsen und Volatilitäten ab. Ziel des Marktmonitors ist es, dem Leser günstige Zeitfenster für die einzelnen Zertifikatetypen aufzuzeigen und ihm eine Vergleichsbasis für reale Angebote an die Hand zu geben. Bei den abgebildeten Papieren selbst handelt es sich nicht um reale Angebote.

Der Zertifikateberater ist Deutschlands führende und unabhängige Fachpublikation für strukturierte Produkte. Über 50.000 Investmentprofessionals lesen das exklusiv für die Anlageberatung publizierte Magazin.

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