Iranverhandlungen im Blick
Kostenwelle rollt wieder an
Die deutschen Erzeugerpreise sind im März wegen des Ölpreisschocks deutlich nach oben geschnellt. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes verlangten die Hersteller von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern 2,5 % mehr als noch im Februar. Es war der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit August 2022. Gegenüber März 2025 sanken die Erzeugerpreise noch um 0,2 %. Im Februar waren sie jedoch mit 3,3 % weit stärker zurückgegangen. Besonders brisant: Im Vergleich zum Vorjahresmonat war Energie im März zwar noch 3,2 % günstiger. Doch gegenüber Februar 2026 zogen die Energiepreise um 7,5 % an. Und was bedeutet das jetzt? Die Erzeugerpreise gelten als Frühwarnsystem für die Inflation: Sie zeigen, was Produkte kosten, bevor sie im Groß- oder Einzelhandel landen. Steigen sie kräftig, kommt der Preisdruck meist mit Verzögerung bei den Konsumenten an. Schon im März spürten die Verbraucher erste Folgen und mussten bereits 2,7 % mehr für Waren und Dienstleistungen zahlen als ein Jahr.
Märkte spielen Frieden
Nach der Hausse zum Wochenschluss ging es mit den Kursen am Montag wieder nach unten. Aufgrund der erneuten Schließung der Straße von Hormus schloss der DAX 1,15 % tiefer bei 24.417,8 Punkten. Der Euro Stoxx 50 ging mit einem Verlust von 1,24 Punkten aus dem Handel. Für Unsicherheit sorgte, ob die für diese Woche geplanten Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA weitergeführt werden. Am Abend folgten die US-Märkte mit einer leichten Korrektur. Der S&P 500 sank um 0,24 %, der Dow Jones schloss quasi unverändert. Verschiedene Statements deuten nun aber darauf hin, dass der Iran und die USA wieder Gespräche in Islamabad aufnehmen. Die Vorgaben aus Asien und die Kursentwicklung an den Terminmärkten sind positiv. Am Mittwoch endet die zweiwöchige Feuerpause, hier gilt es eine Verlängerung zu erzielen. Bleibt die Diplomatie auf der Strecke, könnte die Lage im Nahen Osten aber erneut eskalieren.US-Einzelhandelsumsätze im Fokus
Auf der Makroseite stehen heute die US-Einzelhandelsumsätze für den Monat März an. Wir gehen davon aus, dass die angespannte Lage bei den Energiepreisen die Kauflaune erneut auf breiter Front belastet hat und erwarten eine leichte Zunahme von 0,6 % auf 1,1 % im Vergleich zum Vormonat. Mit dieser Prognose haben wir uns leicht negativ vom Konsens abgesetzt, der bei +1,4 % liegt. In Deutschland wird der ZEW-Konjunkturindex veröffentlicht. Unter dem negativen Vorzeichen des Irankriegs und des daraus resultierenden Ölpreisanstiegs prognostizieren wir einen Rückgang von -0,5 auf -5. Schließlich kommt auch bei den Quartalsberichten wieder Bewegung ins Spiel: In den USA veröffentlichen u.a. der Northrop Grumman, General Electric und UnitedHealth ihre Zahlen, in Europa u.a. Vivendi, Beiersdorf und ASM.Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


