Krieg gegen Iran: weitere Eskalationen
Irankrieg: Wirkungen, politisch, ökonomisch, humanitär
Gemäß gestern veröffentlichter Daten stiegen in den Vereinigten Staaten die Preise auf der Endverbrauchsstufe im Februar um 2,4 % Jahr über Jahr. Nach aller Wahrscheinlichkeit werden wir derart niedrige Werte so schnell nicht wiedersehen. Es steht zu befürchten, dass die Inflationsrate in Übersee alsbald neuerlich deutlich klettern wird. Dies lassen allein schon die jüngsten Preissprünge, dort wie hierzulande, beim Gas und an der Tankstelle befürchten. Der Krieg im Mittleren Osten fordert Tribut. Die Anzahl der Kriegstoten steigt. Die Finanzmärkte achten derweil insbesondere auf versiegendes Rohöl und Gas. Wer die Straße von Hormus derzeit durchfährt, setzt sich unkalkulierbaren Risiken aus. Iran vermint das Gewässer und attackiert Tankschiffe, über Nacht vor der Küste Iraks. Die Vereinigten Staaten zielen auf Irans Kriegsschiffe. Tanker sollen demnächst bei einer Passage durch die Wasserstraße eskortiert werden. Das Oval Office benötigt positive Nachrichten vor den für November anberaumten Zwischenwahlen. Inflation gehört nicht zu den positiven Nachrichten. Die 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) einigten sich gestern darauf, in Summe 400 Millionen Fass Öl aus ihren Notfallreserven freizugeben. Über den Daumen gepeilt entspricht dies dem Weltverbrauch von vier Tagen. Die durch die Straße von Hormus transportierte Menge wird für zwanzig Tage kompensiert. Eine Prognose, wie lange die Vereinigten Staaten und Israel Iran noch attackieren, leitet sich aus dieser Rechnung nicht ab. Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent überschritt am Morgen kurz wieder die Marke von 100 US-Dollar. Die Aktien in Asien waren über Nacht neuerlich unter Druck.
Wen interessieren da Konjunkturdaten?
Vor dem Hintergrund des Kriegsgeschehens, im Nahen Osten genauso wie in der Ukraine, verblassen die heute zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten. Zumindest für das Oval Office dürften sie aber von Interesse sein. Es kommen neue US-Zahlen vom privaten Häusermarkt. Es sieht, gelinde gesagt, mittelprächtig aus. Die Neubaubeginne genauso wie die Genehmigung neuer Bauten weisen jeweils im längerfristigen Trend abwärts. Bei Lichte besehen schrumpfen die Zahlen seit dem Beginn des Ukrainekriegs im zweiten Quartal 2022. Seither ist dem US-Markt ein Drittel seiner Bautätigkeit abhandengekommen. Das Problem: Die Erschwinglichkeit eines Domizils hat sich für den Durchschnittshaushalt in den Vereinigten Staaten drastisch reduziert: ein schlechtes Omen für die "Mid terms".Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |


