25.05.2023 08:55

LBBW Kapitalmärkte Daily: Aktien räumen die erreichten Stellungen

Aktienhandel derzeit verunsichert


Der gestrige Tag verlief am Aktienmarkt traurig. Der DAX verlor 311 Punkte oder 1,9% – kein Pappenstiel. Auch die US-Börsen waren von Rot geprägt; der S&P 500 büßte 0,7% ein. Hier lief einmal mehr die Angst um, die Politik in Washington könne sich nur mit Verzögerung auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen. Auf den Aktienhandel in Deutschland wirkte sich die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimas für den Mai prägend aus. Der Geschäftsklimaindex fiel um fast zwei Punkte auf 91,7 Zähler: der erste Rücksetzer nach sechs Anstiegen in Folge. Im Mai gaben sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungskomponente nach: nicht das erste Schwächesignal für Deutschlands Wirtschaft am aktuellen Rand. Es sieht nach Rezession aus, zumal weder aus den Vereinigten Staaten noch aus China Impulse kommen. Wir rechnen für das zweite Quartal mit einer insgesamt nachlassende Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Geldpolitik zwischen Rezession und Inflation


Vor dem Hintergrund einer erhöhten Rezessionsgefahr, hüben wie drüben jenseits des Atlantiks, spricht das Protokoll der FOMC-Sitzung von Anfang Mai davon, dass eine Pause im aktuellen US-Leitzinserhöhungsreigen passend sein könnte. Die Rede ist partiell davon, dass der Erhöhungsschritt vom Mai der letzte im laufenden Zyklus sein könnte. Bei alledem: Klar ist derzeit nichts. Die Währungshüter werden nach Datenlage entscheiden. Bleibt die Inflation hartnäckig, werden weitere Schritte folgen. Unser LBBW Research-Bild ist: Die Fed ist „durch“. Die Vereinigten Staaten laufen auf eine Stagnation 2024 zu; die Inflation hat den Hochpunkt im derzeitigen Zyklus gesehen. Heute stehen in Deutschland unter anderem die Details zum BIP des zweiten Quartals an. Preis-, saison- und kalenderbereinigt blieb die Zeitreihe insgesamt unverändert. Die Frage ist, was im Einzelnen den Ausschlag für den verhaltenen Verlauf lieferte. Nach vorne geblickt sind wir im LBBW Research insgesamt skeptisch. Der Private Konsum wird gedämpft bleiben; die Inflationssorgen scheinen übermächtig. Die Nettoexporte drehten zuletzt zu Deutschlands Ungunsten. Viel an energieintensiver Produktion, was vormals exportiert wurde, wird nun importiert – ein großes Minus beim BIP. Des Weiteren: Die Unternehmen investieren aktuell nur sehr zögerlich; speziell bei den Bauinvestitionen herrscht annähernd Stillstand. Der Staat schließlich: Im politischen Berlin werden Sparpakete diskutiert, von der Rüstung einmal abgesehen; alles in allem kein Nachfrageschub durch den Bundeshaushalt. Zusammengefasst: kein Momentum für die Realwirtschaft von der Nachfrageseite.


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