LBBW Morgeninfo: Hitzewelle mit fatalen Folgen
Strompreise liefern Ungemach!
Der Preis für Strom in Deutschland, per Termin ein Jahr in die Zukunft, ist auf mehr als 400 Euro die Megawattstunde geklettert. Gemessen am Niveau vom Beginn des Jahres 2021 bedeutet dies eine Verachtfachung der Zeitreihe. Die Verteuerung spiegelt nicht zuletzt die gegenwärtige Hitzewelle in Mitteleuropa wider: Wenn heiße und trockene Sommer wie der aktuelle alsbald eher die Regel darstellen als die Ausnahme, ist es rational, auch für den kommenden Sommer von einer Hitzewelle auszugehen und von einem neuerlich knappen Gut Strom. Wasserkraft liefert weniger Ertrag, während die Kühlung an aufgeheizten Flüssen gebauter Atomreaktoren Fragen aufwirft. Zu verweisen ist darauf, dass sich der Strompreis dieser Tage in schlechter Gesellschaft befindet. In den Rohstoffpreisindizes grüßen die Energieträger als Gruppe, gemessen für den Zeitraum seit Beginn des laufenden Jahres, mehrheitlich von ganz vorne. Seit Juni zu beobachtende Preisrücksetzer, so beim Rohöl, haben noch nicht sehr weit abwärts geführt.
Aktienmärkte entspannt
Die Finanzmärkte haben mit dem momentanen globalen Preisschock, wie es aussieht, ihren Frieden gemacht. Die Rentenmärkte sind seit Juni in eine gewisse Sommerlethargie eingetreten; die Notierungen haben sich fürs Erste stabilisiert. Die Aktienmärkte versuchen derweil, die gegenwärtige Berichtssaison der börsennotierten Unternehmen in Kursgewinne umzumünzen: DAX gestern im Plus, Dow Jones Industrial über Nacht ebenso. Ausgeblendet wird bei dieser Betrachtung, dass die berichteten Unternehmensgewinne beileibe nicht überschäumen. In vielen Fällen sind sie lediglich kurzfristig inflationiert, weil zu vorteilhaften Preisen vom Lager abverkauft wird; sehr lange mag diese Strategie nicht tragen. Neuaufträge machen sich rar, wie vergangene Woche zur deutschen Industrie einmal mehr berichtet worden ist. Das stark erhöhte Preisniveau allenthalben dürfte über kurz oder lang Tribut fordern, entweder in Form höherer Absatzpreise und, als Resultat, einer nachlassenden Nachfrage oder in Form stark schrumpfender Gewinnmargen. Morgen stehen neue Preisdaten ins Haus, in diesem Fall zur Verbraucherpreisinflation der Vereinigten Staaten. Die schwankungsanfälligen Energieträger und die Nahrungsmittel herausgerechnet dürfte die sogenannte "Kernrate" im Juli satt um ein halbes Prozent zugelegt haben. Der zyklische Gipfel im Teuerungsgebirge dürfte zwar hinter uns liegen. Aber der Abstieg vom Gipfel verläuft entlang eines sehr langen Pfades und wird geraume Zeit in Anspruch nehmen.
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