10.08.2022 08:22

LBBW Morgeninfo: Märkte nervös vor US-Inflationsdaten

Aktienmärkte schwächer: Ende der Sommerrally?
Nach den deutlichen Zugewinnen an den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen scheint der Erholungsrally aktuell etwas die Puste auszugehen. In den USA sorgten vor allem Inflationsängste – heute werden die Zahlen zur Verbraucherinflation für Juli veröffentlicht – und negative Unternehmensmeldungen – der Chip-Hersteller Micron warnte vor einer nachlassenden Nachfrage – für eine Eintrübung des Sentiments.

Brent weiter unter 100 USD, Gaspreis auf Zweiwochentief
Wie gestern gemeldet wurde hat Russland seine Rohöllieferungen über die Ukraine nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei in der vergangenen Woche gestoppt. Grund hierfür: Der russische Pipelinebetreiber Transneft konnte aufgrund der Sanktionen keine Transitgebühren zahlen. Die Öl-Ströme über den nördlichen Abschnitt der Pipeline nach Polen und Deutschland sind von der Problematik nicht betroffen. Der Preis für ein Fass der Marke Brent stieg nach der Meldung über die Unterbrechung zwischenzeitlich wieder Richtung 98 USD, fiel dann aber gestern Abend wieder auf 96 USD zurück. Damit hält sich der Ölpreis nun bereits einige Tage unter 100 USD. Am europäischen Gasmarkt entspannte sich die Lage zuletzt leicht: Die europäischen Erdgaspreise sind auf ein Zweiwochentief gefallen. Hauptgrund hierfür: Die Gasspeicher füllen sich trotz der massiv reduzierten Lieferungen aus Russland weiter. Der Füllstand der europäischen Speicher liegt aktuell bei gut 72%. Im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre betrugt der Füllstand zum aktuellen Zeitpunkt „nur“ 70,1%. Trotz der Rückgänge in den letzten zwei Wochen beträgt der Gaspreis am europäischen Spotmarkt immer noch das 9-Fache des Vorkrisenniveaus.

US-Inflation: Peak endlich überwunden?
Heute richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer vor allem auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisinflationsdaten für den Monat Juli. Die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat sollte unserer Meinung nach von 9,1% auf 8,7% sinken. Angesichts weiter nachgebender Preise an den Zapfsäulen und vermehrten Anzeichen für ein Überwinden der Lieferkettenproblematik sollte der Hochpunkt der US-Inflation hinter uns liegen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass das Inflationsgespenst bald gebannt sein wird. Auch wenn der Preisaufwärtsdruck bei Gütern nachlassen sollte, dürfte der Inflationsdruck bei den weniger schwankenden Dienstleistungspreisen unvermindert hoch bleiben, nicht zuletzt aufgrund der beschleunigten Lohnzuwächse. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung im September ihren Leitzins abermals um 0,75%-Punkte anheben wird. Die heute Morgen veröffentlichten Inflationszahlen aus China zeigen ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite stiegen die Verbraucherpreise mit 2,7% ggü. dem Vorjahresmonat im Juli etwas stärker an als im Juni (+2,5%). Auf der anderen Seite entspannt sich die Preisdynamik bei den Produzentenpreisen spürbar. Im Juli legten diese im Vergleich zum Vorjahr „nur“ noch um 4,2% zu, nachdem im Juni noch ein Anstieg um 6,2% verzeichnet werden musste.



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Landesbank Baden-Württemberg
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