11.08.2022 09:09

LBBW Morgeninfo: US-Inflationsgipfel liegt hinter uns!

US-Inflationsgipfel liegt hinter uns!
Das US-Arbeitsministerium meldete heute, dass sein Konsumentenpreisindex im Juli 2022 – in saisonbereinigter Rechnung – im Vergleich zum Vormonat stagnierte. Die im Vorfeld von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Bankvolkswirte hatten im Median einen Anstieg des Konsumentenpreisindex um 0,2 % erwartet (LBBW-Research: +0,1 %). Der ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie berechnete Konsumentenpreisindex stieg im Juli 2022 um 0,3 % gegenüber dem Vormonat an und damit ebenfalls weniger stark als allgemein erwartet. Hierfür waren fallende Preise für Flugtickets und leicht nachgebende Preise für Gebrauchtwagen mitursächlich. Im Juni belief sich die monatliche Veränderungsrate des sogenannten Kernindex noch auf 0,7 %. Die Veränderungsrate des US-Konsumentenpreisindex gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr sackte von 9,1 % im Juni 2022 auf 8,5 % im Juli 2022 ab. Angesichts weiter nachgebender Preise an den Zapfsäulen und vermehrten Anzeichen für ein Überwinden der Lieferkettenproblematik sollte der Hochpunkt der US-Inflation mit einiger Sicherheit hinter uns liegen. Nach unserer Prognose wird sich die Veränderungsrate des Konsumentenpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat im August 2022 auf 8,1 % belaufen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass das Inflationsgespenst bald gebannt sein wird. Auch wenn der Preisaufwärtsdruck bei Gütern nachlassen sollte, dürfte der Inflationsdruck bei den weniger schwankenden Dienstleistungspreisen unvermindert hoch bleiben, nicht zuletzt aufgrund der beschleunigten Lohnzuwächse. Die Lohnstückkosten stiegen im zweiten Quartal 2022 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate (Jahresrate) von 10,8 % gegenüber dem Vorquartal an. Vor diesem Hintergrund gehen wir weiterhin davon aus, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung im September ihren Leitzins abermals um 0,75 %-Punkte anheben wird. Die Märkte nahmen die US-Inflationszahlen indes mit Erleichterung auf: Die Renditen kurzlaufender Emissionen des US-Schatzamtes fielen spürbar, US-Aktien stiegen an und der Euro erholte sich gegenüber dem US-Dollar.

Thronjubiläum belastet Wachstum
Die britische Statistikbehörde ONS wird am Freitagmorgen die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreiches im zweiten Quartal 2022 bekannt geben. Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte erwarten im Median, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung auf der Insel mit einer Rate von 0,2 % im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft sein wird. Die nachlassende Wirtschaftsleistung dürfte dabei vornehmlich auf das siebzigste Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. zurückzuführen sein. Aus diesem Anlass wurde der 3. Juni zum zusätzlichen Feiertag erklärt und ein anderer Feiertag von Mai in den Juni verschoben, so dass im Ergebnis vom Donnerstag, den 2. Juni, bis zum Sonntag, den 5. Juni, die Feierlichkeiten begangen werden konnten. Im laufenden Quartal sollte nach unserer Prognose eine geringe Gegenbewegung der Wirtschaftsleistung erfolgen, bevor die Wirtschaft im Schlussquartal infolge des Kaufkraftentzuges durch in die Höhe schnellende Energiepreise wieder ins Minus rutschen dürfte. Gleichwohl sollte sich für das Gesamtjahr 2022 aufgrund eines großen statistischen Überhanges noch ein UK-Wachstum in Höhe von 3,3 % ergeben.



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