16.09.2016 11:30
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Öl weekly: Ölmärkte bleiben überversorgt. Kein Ausgleich von Angebot und Nachfrage vor Mitte 2017

Die Rohölpreise gerieten in der vergangenen Berichtswoche kräftig unter Druck. Die Nordseesorte Brent verlor rund 6% und notiert aktuell bei 46,2 US-Dollar/Barrel.

Verantwortlich für diesen kräftigen Rücksetzer bei den Rohölpreisen waren mehrere Faktoren. Zum einen lastete ein kräftiger Rückzug spekulativer Anleger auf die Preise. Laut ICE ist der Bestand an Wetten auf steigende Ölpreise um ca. 38 Tsd. auf 355 Tsd. Kontrakte zurückgegangen. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Ölspekulanten eine Einigung auf Produktionsobergrenzen der OPEC-Staaten mit Russland mittlerweile für unrealistisch erachten. Zum anderen sorgten die aktuellen Ölmarktberichte der Internationalen Energieagentur (IEA) und der OPEC für Abgabedruck bei den Ölpreisen. Erstere erwartet in ihrem aktuellen Monatsbericht, dass sich die globale Nachfrage schwächer entwickelt als bisher angenommen. Zudem ist mit einer Angebotsausweitung aus Nicht- OPEC-Ländern zu rechnen. Die IEA erwartet daher einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem globalen Ölmarkt erst Mitte 2017. Auch die jüngsten OPEC-Schätzungen sprechen für niedrigere Notierungen bei den Ölpreisen. Diese revidierte den Bedarf an OPEC-Öl im kommenden Jahr wegen eines höheren Nicht-OPEC-Angebots um 530 Tsd. Barrel pro Tag nach unten. Ausgehend vom derzeitigen Produktionsniveau ergibt sich daraus ein Überangebot von 760 Tsd. Barrel pro Tag. Einen Teil des zusätzlichen Nicht-OPEC-Öls dürften dabei die USA beisteuern, denn die aktiven Ölbohrungen (+7 in der vergangenen Woche) befinden sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit Februar diesen Jahres und sollten sich demnächst in höheren Fördermengen widerspiegeln.

Des Weiteren lastete auf die Preise die Ankündigung des Iran die Ölexporte in den kommenden Monaten kräftig zu steigern. Nach Angaben des Vizeölministers will das Land schon bald 2,4 Mio. Barrel pro Tag auf dem Weltmarkt verkaufen. Derzeit führt Iran etwa 2,1 Mio. Barrel pro Tag aus. Auch sei das Ziel, die Ölförderung auf das Niveau aus der Zeit vor der Verhängung der Sanktionen zu erhöhen, spätestens im März 2017 erreicht. Die tägliche Förderung von Öl beträgt derzeit rund 3,62 Mio. Barrel pro Tag. Allerdings scheint das Vorhaben des Iran etwas ambitioniert. Schätzungen der IEA zufolge sollen die Förderkapazitäten 3,65 Mio. Barrel pro Tag betragen. Das Land scheint somit nahe am Limit der Kapazitäten zu fördern.

Auch die gestern veröffentlichten US-Lagerbestandsdaten der EIA konnten den Öl-preisen keinen nachhaltigen Auftrieb verleihen. Diese vermeldete einen erneuten Rückgang der Rohölreserven in der vergangenen Woche um 600 Tsd. Barrel. Diese Meldung kam überraschend, nachdem in der vergangenen Woche der Einbruch der Rohölimporte für einen Rückgang der Ölreserven um 14,5 Mio. Barrel gesorgt hatte und somit in dieser Woche mit einer Gegenbewegung gerechnet wurde. Trotz des massiven Abbaus der Rohölreserven befinden sich diese noch immer fast 35% über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Dies dürfte tendenziell für geringere Importe in der kommenden Woche sprechen. Daher erwarten wir auch für die laufende Woche keine übermäßig großen Zuwächse bei den US-Lagerbeständen.

Sollte in der kommenden Woche erneut ein Rückgang bei den spekulativen Wetten auf steigende Ölpreise zu verzeichnen sein, ist mit einem weiteren Preisrückgang in den kommenden Tagen zu rechnen.


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