16.09.2016 10:30
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Devisen weekly: BoE und SNB warten ab. Keine Zinsanhebung der Fed erwartet

Der EUR/USD zeigte in der aktuellen Woche kaum Volatilität und beendete diese bei 1,123 EUR/USD. In beiden Währungsräumen standen keine wichtigen Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Wenig überraschend hielt EZB-Präsident Draghi bei der Notenbanksitzung am letzten Donnerstag die Füße still und nahm keine geldpolitischen Änderungen vor. Er betonte, die getroffenen Maßnahmen würden Wirkung zeigen und daher derzeit keiner Korrektur bedürfen. Nächsten Donnerstag verkündet die Fed ihre neuen geldpolitischen Entscheidungen. Am Montag äußerte sich mit Frau Lael Brainard letztmalig ein Fed-Mitglied vor der kommenden Sitzung. Die einflussreiche US-Notenbankdirektorin warnte vor einem zu schnellen Ende niedriger Zinsen. Konsumausgaben, Inflation und Arbeitsmarkt hätten aus ihrer Sicht noch kein Niveau erreicht, dass eine zügige Zinsstraffung rechtfertige, so Brainard. Vor dem Hintergrund der schwachen Konjunkturdaten der letzten Woche erwarten wir keine Änderung am geldpolitischen Kurs. Da die Mehrheit der Marktteilnehmer ebenfalls kaum mehr an eine Zinsanhebung im September glaubt, sollten die Wechselkursreaktionen gemäßigt ausfallen.

EUR/GBP legte in der vergangenen Woche um 0,7% auf 0,85 zu. Auftrieb erhielt die europäische Einheitswährung durch das Ausbleiben weiterer expansiver Maßnahmen der EZB am vergangenen Donnerstag. Die Konsumentenpreise im Vereinigten Königreich stiegen im August um 0,6% (J/J). Befürchtungen, dass die starke Abwertung des Pfunds in Folge des Brexits zu einer Erhöhung der Inflationsrate führt, bestätigten sich damit bisher nicht. Sollte diese Tendenz anhalten, eröffnet dies der Bank of England (BoE) einen größeren Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Auf ihrer heutigen Zinssitzung ließ die BoE den Leitzins unverändert bei 0,25% und nahm keine Änderung an ihrem Wertpapierankaufprogramm vor, was vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturindikatoren der letzten Woche nicht überrascht. Auf lange Sicht schließt BoE-Gouverneur Mark Carney weitere Zinssenkungen aber nicht aus.

In der vergangenen Woche stieg der USD/JPY um 0,67% auf 101,65. Gestützt wurde der USD durch die Aussage des Präsidenten der Federal Reserve von Boston, Eric Rosengren, dass ein weiteres Verharren auf dem aktuellen Zinsniveau die wirtschaftliche Erholung der USA verkürzen statt verlängern könnte. In Anbetracht des wiederholten Rückgangs des Producer-Price-Index (PPI) um 3,6% im August (J/J) verringerte sich der Aufwertungsdruck auf den JPY durch einen Zeitungsbericht, wonach Negativzinsen zunehmend in den Fokus der Zentralbanker (nächstes Zinstreffen: 21.09.) rücken, da das Wertpapierankaufprogramm auf Grund der zunehmenden Marktenge an seine Grenzen stößt.

Unverändert ging der EUR/CHF mit 1,096 EUR/CHF aus der Handelswoche. Marktbewegende Konjunkturindikatoren wurden nicht veröffentlicht. Bei ihrem heutigen Zinsentscheid beließ die Schweizerische Nationalbank die Leitzinsen wie erwartet unverändert. Seit Januar 2015 werden Sichteinlagen schweizer Banken bei der Notenbank mit -0,75 % verzinst. Die schwache Inflationsrate sowie der durch die anhaltenden Probleme im Euroraum ausgelöste Aufwertungsdruck werden aus unserer Sicht bis mindestens 2018 kein Ende der Negativzinsen in der Schweiz zulassen.


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