Zieht Trump durch, oder zieht er zurück?

Pahlavi ruft zum Durchhalten auf


Der Iran-Krieg überschattete das Jahrestreffen der US-amerikanischen Konservativen und verhinderte zum ersten Mal seit fast zehn Jahren, dass Donald Trump persönlich anwesend war. Dafür trat mit Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs auf, und rief unter Anlehnung an Trump unter dem Motto Make Iran Great Again zum Durchhalten auf. Wenn der Iran frei sei, so Pahlavi, werde Amerika einen großartigen Freund zurückerhalten.

Stimmung wendet sich gegen Trump

Eine Meinungsumfrage des Magazins Politico offenbarte zuletzt eine immer stärkere Kluft zwischen den Generationen: Während mehr als 70 % der über 35-jährigen MAGA-Anhänger nach wie vor glauben, dass Trump für den Iran-Krieg einen konkreten Plan verfolgt, bezweifelt dies unter den jüngeren eine knappe Mehrheit. In landesweiten Umfragen sank die Zustimmung zu Trumps Amtsführung jüngst unter 40 %. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die US-Bürger die Auswirkungen des Krieges an der Tankstelle bereits direkt in ihrem Portemonnaie spüren. Die schwachen Umfragewerte könnten angesichts der Anfang November anstehenden Midterm-Wahlen daher Trumps weiteres Vorgehen im Iran-Krieg beeinflussen. Gestern postete dieser noch: Falls aus irgendeinem Grund nicht bald eine Einigung erzielt wird und falls die Straße von Hormus nicht umgehend wieder für den Verkehr freigegeben wird, werden wir unseren Aufenthalt im Iran beenden, indem wir alle Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg vollständig zerstören und brachte US-Aktien damit weiter deutlich unter Druck. Im Laufe der Nacht berichteten Medien nun jedoch, dass der US-Präsident darüber nachdenken würde, die Militärkampagne auch ohne Öffnung der Straße von Hormus zu beenden und die Operation zur Wiederöffnung der Meerenge damit auf einen späteren Zeitpunkt verschieben könnte.

US-Konsumentenvertrauen im Fokus


Das für heute Abend anstehende, vom Conference Board erhobene, US-Konsumentenvertrauen wird mit Spannung erwartet. Lag dieses im Februar noch bei 91,2 Punkten, werden für März nun lediglich 88,0 Zähler prognostiziert. Aber auch ein noch stärkerer Rückgang würde nicht zwingend überraschen. Schließlich kostete die Gallone (3,785 Liter) Benzin vor Kriegsausbruch im landesweiten Durchschnitt noch weniger als 3 US-Dollar. Inzwischen liegt der Preis im Bereich von 4 US-Dollar. Innerhalb der Vereinigten Staaten gibt es allerdings massive Preisunterschiede. Während die Gallone in Staaten wie Oklahoma oder Texas nur um die 3,30 US-Dollar kostet, müssen Autofahrer in Kalifornien hierfür sogar um die 6 US-Dollar berappen. Grund hierfür sind unterschiedliche Steuern und Umweltauflagen sowie deutlich voneinander abweichende Transportkosten. Verglichen mit den hiesigen Kosten ist Benzin damit aber auch im teuren Kalifornien noch günstig. Schließlich kostet ein Liter Benzin dort umgerechnet nur rund 1,38 Euro.

Krieg schlägt auf Inflation durch


Die Folgen des Iran-Krieges schlagen auch bereits deutlich auf die heimische Inflation durch. Lag diese im Februar noch bei 1,9 % YoY, sprang sie im März gemäß vorläufigen Berechnungen nun auf satte 2,7 %. Die Veröffentlichung des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreises (HVPI) ist für heute 11 Uhr terminiert. Hierfür wird ebenfalls ein deutlicher Anstieg erwartet. Und zwar von 1,9 % im Februar auf nun 2,6 %. Damit läge die Teuerung im Euroraum wieder deutlich oberhalb des 2%-Ziels der EZB und brächte die Währungshüter damit unter gewissen Handlungsdruck.


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