Zinsen monthly: USA, Eurozone
USA
In den USA ist die Zinswende verschoben worden, obwohl aus konjunktureller Sicht die Voraussetzungen für einen ersten Zinsschritt gegeben waren. Als Gründe für das Nicht-Handeln musste die durch China ausgelöste Aktienmarktturbulenzen, die niedrige Inflation und der Arbeitsmarkt herhalten. Letzterer ist nach Ansicht der Fed noch nicht voll ausgelastet. Vor dem Hintergrund einer insgesamt robusten Wirtschaftslage in den USA, die sich insbesondere im Dienstleistungs- und Bausektor bemerkbar macht, erwarten wir einen weiterhin robusten Arbeitsmarkt. Nach einem sehr dynamischen zweiten Quartal sollte die solide Dynamik des zweiten Halbjahrs im Gesamtjahr zu einem Wirtschaftswachstum von 2,5% führen. Infolgedessen dürfte die Fed nunmehr im Dezember den Leitzins erhöhen, was von einem Anstieg der langfristigen Renditen begleitet werden sollte.
Eurozone
Die Konjunkturdynamik stellt sich in der Eurozone angesichts einer Aufwärtsrevision der BIP-Daten in den vergangenen Quartalen wesentlich besser dar. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung nach den neuen Zahlen um 0,4% gegenüber dem Vorquartal expandiert, nach 0,5% zum Jahresauftakt. Nichtsdestotrotz hat die EZB die Tür auf ihrer Zinssitzung am 3. September weit aufgemacht für eine erneute geldpolitische Lockerung, also möglicherweise eine Verlängerung ihres Anleiheankaufprogramms, denn der zuletzt zu beobachtende Ölpreisrückgang verzögert den erhofften Anstieg der Inflationsraten. Zudem birgt die stärkere konjunkturelle Abschwächung Chinas Abwärtsrisiken für den Wachstumspfad der Eurozone.
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