19.11.2015 09:00
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Zinsen monthly: USA, Eurozone

Die vielbeschworene US-Zinswende scheint jetzt doch im Dezember vollzogen zu werden. Über das Tempo dürften aller-dings noch Debatten entstehen.

Im Gegensatz dazu steht die EZB in den Startlöchern, ihre Geldpolitik erneut zu lockern. Der aus den USA kommende Zinsanstieg kann damit aber nur gedämpft werden.

USA

Die Bahn scheint nun endlich frei zu sein für die erste US-Zinsanhebung seit 2006. Die jüngsten Wachstumsindikatoren – hier sind die überraschend robusten Arbeitsmarktdaten hervorzuheben – deuten darauf hin, dass die Wachstumsverlangsamung nur temporärer Natur war und die Vereinigten Staaten grundsätzlich auf dem Expansionspfad bleiben. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang die Lösung des Haushaltsstreits, die Ende Oktober im Kongress gefunden wurde und andernfalls für Turbulenzen hätte sorgen können. China wird von der US-Notenbank keine entscheidende Rolle mehr in Bezug auf die Stabilität der Finanzmärkte zugewiesen, wobei die dortigen Aktienmärkte sich zuletzt positiv entwickelt haben. Die Terroranschläge in Paris verkomplizieren die Lage der US-Notenbank etwas. Jedoch zeugen die insgesamt milden Reaktionen an den Kapitalmärkten bis dato von einer großen Widerstandsfähigkeit. Vereinzelte Äußerungen von Fed-Mitgliedern weisen im Übrigen darauf hin, dass Zinsanhebungen auch als notwendig erachtet werden können, um das Überhitzen bestimmter Marktsegmente zu verhindern. Schließlich scheint auch die Kommunikationsstrategie der US-Notenbank etwas konsistenter zu werden. Man lässt sich nicht mehr von einzelnen schwächeren Indikatoren beirren, sondern hält an seiner Linie fest. Wir würden daher auch bei einem schwächeren Arbeitsmarktbericht für November an der Prognose einer Zinsanhebung Mitte Dezember festhalten. Die längerfristigen Renditen sollten darauf mit einem leichten Anstieg reagieren.

Eurozone

Im dritten Quartal hat die Wachstumsdynamik in der Eurozone mit einem Plus von 0,3% gegenüber dem Vorquartal etwas nachgelassen. Nichtsdestotrotz setzt sich damit die Konjunkturerholung solide fort. Die veröffentlichten Daten decken sich mit unserer Erwartungshaltung, dass die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte leicht an Fahrt verliert. An unserer Wachstumsrate von 1,4% für das Gesamtjahr 2015 halten wir damit unverändert fest. Die Inflationsrate ist mit 0,1% im Oktober etwas höher gemeldet worden. Ungeachtet dessen dürfte die EZB derzeit Vorbereitungen für eine erneute Lockerung ihrer Geldpolitik auf der Zinssitzung im Dezember treffen. Unseres Erachtens könnte sie eine Absenkung des Einlagensatzes um 10 bp auf -0,30% sowie eine Erhöhung der monatlichen Anleiheankaufvolumina um mindestens 10 Mrd. Euro auf 70 Mrd. Euro beschließen. Auch eine Ausweitung des anzukaufenden Anleihespektrums ist sehr wahrscheinlich. Die Notenbank muss aufpassen, mit ihrer Geldpolitik nicht immer stärkere Fehlanreize für den Reformfortschritt in vielen Ländern der Eurozone zu setzen. Denn die politische Landschaft ist in derzeit im Umbruch begriffen – in Portugal bahnt sich eine Regierung unter sozialistischer Führung an, in Spanien stehen am 20. Dezember Parlamentswahlen an, bei der die konservative Regierung ihre absolute Mehrheit verlieren dürfte. Damit sinkt der Einfluss der Parteien, die den Reformprozess eingeleitet und vorangetrieben haben, und dieser könnte zukünftig mit den durch die EZB ausgelösten niedrigen Refinanzierungskosten ins Stocken geraten.

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Quelle

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