22.01.2016 10:30
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Zinsen weekly: Flucht in Sicherheit setzt sich fort und lässt Staatsanleihemärkte profitieren. EZB verstärkt Renditerückgang.

Die Finanzmärkte sind weiterhin von Verunsicherung geprägt: Die Aktienmärkte tendieren nach unten, der Ölpreis sinkt und die Staatsanleihemärkte auf beiden Seiten des Atlantiks profitieren von einer Flucht in sichere Anlagen.

Entsprechend sind die Renditen 10jähriger US-Treasuries auf knapp unter 2% gefallen und die 10jähriger Bundesanleihen auf unter 0,50%. Auch die US-Datenveröffentlichungen konnten die Sorgenfalten der Anleger nicht glätten. In den USA bricht die Aktivität im produzierenden Gewerbe immer stärker weg. Die Industrieproduktion ist im Dezember um 0,4% gegenüber dem Vormonat gesunken – das ist der vierte Rückgang in Folge. Darüber hinaus ist der Empire Manufacturing Index deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig sendet der US-Konsum mit leicht rückläufigen Einzelhandelsumsätzen im Dezember Schwächesignale.

Nun wird es spannend auf der Zinssitzung der Fed am 27. Januar, ob das sich eintrübende weltwirtschaftliche Umfeld sowie die nicht überzeugenden Datenveröffentlichungen nachdenklichere Töne bei der Notenbank hervorrufen oder diese ihre nächste Zinsanhebung vorbereitet. Die Jahresteuerung ist in den USA auf 0,7% geklettert, die Kernrate der Verbraucherpreise liegt auf Jahressicht sogar bei 2,1%. Die für die Fed ausschlaggebende PCE-Kernrate sollte ebenfalls ansteigen (zuletzt 1,3%). Neben der Fed-Sitzung dürften in den kommenden Tagen die US-BIP-Zahlen für das Schlussquartal 2015 – im Konsens wird mit einer deutlichen Verlangsamung der Konjunkturdynamik gerechnet –, die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter, das Verbrauchervertrauen sowie der Chicago Einkaufsmanagerindex für Interesse sorgen.

Nach dem neuerlichen Ölpreisrückgang auf unter 30 USD/Barrel (Brent) ist die EZB-Zinssitzung wieder einmal das Ereignis der Woche gewesen, denn dieser verschiebt den Inflationsausblick in der Eurozone nach unten und rückt das Preisziel der Notenbank von knapp 2% in immer weitere Ferne. Dieses Mal hat die EZB jedoch stillgehalten und keine neuen geldpolitischen Maßnahmen beschlossen. Allerdings benennt Präsident Mario Draghi die März-Sitzung als den Termin, an dem die Notenbank mit den neuen Projektionen – die erstmals das Jahr 2018 beinhalten – ihre Geldpolitik erneut überprüfen und gegebenenfalls anpassen könnte.

Laut Währungshüter hat die Unsicherheit über das weltwirtschaftliche Umfeld zugenommen: Die Schwellenländer präsentieren sich schwächer, die geopolitischen Risiken sind gestiegen und die Volatilität an den Finanzmärkten hat zugenommen. Das erhöht die Abwärtsrisiken für den Wachstumspfad der Eurozone. Gleichzeitig lag die Jahresteuerung im Dezember bei 0,2%, deutlich unter den Erwartungen. Nicht näher erläutern wollte Draghi, welche geldpolitischen Maßnahmen im März in Frage kämen, die Notenbank sei bereit, „alle verfügbaren Instrumente zu nutzen“. Die mögliche geldpolitische Lockerung verstärkte den Renditerückgang der Bundesanleihen.

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Quelle

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