13.04.2017 12:00
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Zinsen weekly: Geopolitische Fragilität überschattet Wirtschaftsdaten

Während der Rückgang in den US-Treasury-Renditen im März vor allem eine Zunahme der innenpolitischen Unsicherheiten in den USA begründet war, gerät aktuell die außenpolitische Entwicklung in den Fokus. Der Angriff der US-Luftwaffe auf Stützpunkte der syrischen Armee ließ Marktteilnehmer und Investoren verstärkt Sicherheit in Form von US-Staatsanleihen nachfragen. Die Renditen für zehnjährige US-Treasuries sanken nach dem Vergeltungsschlag am vergangenen Freitag erstmals wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 2,30 %.

Die anhaltende konjunkturelle Zuversicht und positiven Signale des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping gaben den Renditen wieder Auftrieb. Die Staatschefs der beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt verständigten sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit und kündigten eine verstärkte Kooperation in Handelsfragen an. So hebt China die Importbeschränkung für US-amerikanisches Rindfleisch auf und stellt US-Banken und Versicherern einen leichte-ren Zugang zum chinesischen Finanzsektor in Aussicht. Besonders nach der scharfen Kritik an Chinas Exportmodell aus dem US-Wahlkampf nahm der Anleihenmarkt dies als Signal der Entspannung auf. Zudem lassen die jüngsten US-Konjunkturdaten eine ungetrübte Robustheit erkennen. So sank die Arbeitslosenquote trotz nur 98.000 neu geschaffenen Stellen im März außerhalb des Agrarsektors auf 4,5 % (Vormonat 4,7 %). Jedoch konnten die Renditen für US-Treasuries nur kurzfristig auf ein Niveau von 2,38 % anziehen, da die geopolitische Unsicherheit auf einer weiteren außenpolitischen Front zunahm: Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA, welche am Wochenende in der Entsendung eines US-Flugzeugträgers in diese Region gipfelte, ließ Investoren erneut US-Staatspapiere ansteuern und die Renditen fallen. Aktuell rentieren die richtungsweisenden zehnjährigen Treasuries bei 2,29 % und somit nahe dem Niveau vor den Präsidentschaftswahlen im November 2016. Dabei ist im gegenwärtigen Renditelevel vor allem geopolitische Fragilität eingepreist, während die jüngsten Konjunktur- und Inflationsdaten in den Hintergrund geraten.

Auch die deutschen Bundesanleihen konnten sich diesen Entwicklungen nicht entziehen. Die weltpolitischen Spannungen ließen Bund-Renditen auf Wochensicht um 6 Basispunkte auf 0,20 % fallen. Derweil macht sich der am übernächsten Wochenende anstehende erste Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen auch am Anleihenmarkt bemerkbar. Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen befindet sich mit aktuell 75 Basispunkten nahe seinem 6- Monats-Hoch. Für 2-jährige Anleihen liegt dieser sogar bei gegenwärtig 53 Basispunkten, dem höchsten Stand seit Mai 2012. Die zuletzt starken Umfragewerte für den Kommunisten Melenchon und der insgesamt unsichere Ausgang des ersten Wahlgangs verringert die Nachfrage nach französischen Staatsanleihen. Die Endphase des Wahlkampfs lässt offenbar die Nervosität zurückkehren und Marktteilnehmer verstärkt auf sichere Assets setzen.

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