01.04.2016 08:32
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Zinsen weekly: Hürde für weitere Zinsschritte nach Yellen-Äußerungen ist hoch

Ölpreisrückgang sorgt erneut für Verunsicherung und für sinkende Bund-Renditen. Fed-Chefin Yellen betont nur graduellen Zinsanhebungskurs.

In den vergangenen Tagen haben die Renditen der Bundesanleihen und Treasuries erneut den Rückwärtsgang eingelegt. Entsprechend rentieren die 10jährigen Bund-Renditen nur noch bei rund 0,14% und die T-Notes gleicher Laufzeit bei 1,80%. Für Verunsicherung bei den Anlegern sorgte der Rückgang des Ölpreises – der Preis für die Ölsorte Brent fiel unter die Marke von 40 USD/Barrel. Dies schürte Ängste, dass sich die Inflationsraten in der Eurozone noch weiter nach unten verschieben und damit die EZB ihre ultralockere Geldpolitik ausweitet, so dass die Renditen abbröckelten. In den USA betonte Fed-Chefin Janet Yellen in ihrer Rede vor dem Economic Club of New York, dass die Fed bei ihrem Leitzinsanhebungskurs angesichts der globalen Konjunkturschwäche und der hohen Volatilität an den Finanzmärkten nur sehr graduell vorgehen wird, was die Zinsphantasien der Marktteilnehmer dämpfte und die Treasuries profitieren ließ. Die Äußerungen einiger Fed-Notenbanker hatten zuvor noch eine zweite Leitzinsanhebung auf der Zinssitzung im April möglich erscheinen lassen. Nun ist diese Option vom Tisch. Nach der ersten Schätzung sind die Verbraucherpreise im März in der Eurozone um 0,1% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, nach -0,2% zuvor. Damit verbleibt die Inflationsrate zwar im negativen Bereich, doch eine Deflationsspirale zeichnet sich nicht ab. Die Jahresrate der Kernteuerung stieg zudem von 0,8% auf 1,0%. Für Deutschland konnten die Preise im Jahresvergleich sogar um 0,1% anziehen (nach -0,2% im Februar).

Ansonsten warten die Marktteilnehmer weiterhin mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht für März. Der ADP National Employment Report hat mit einem Stellenaufbau von 200 Tsd. ein freundliches Zeichen gesetzt, so dass die Erwartungen für die offizielle Veröffentlichung sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Sollte das Stellenplus mit 200 Tsd. oder höher bekannt gegeben werden, dürfte das die Fed bei der Fortsetzung ihres Leitzinsanhebungskurses bestätigen, aber auch keine zusätzlichen Zinsanhebungen bedingen. Wir rechnen unverändert mit zwei Leitzinserhöhungen im Juni und Dezember 2016. Für mehr Zinsschritte liegt die Hürde nach den letzten Äußerungen von Janet Yellen sehr hoch. Dafür müssten sich das außenwirtschaftliche Umfeld und damit die Exporte sowie die Investitionen spürbar beleben.

Das erste Quartal 2016 ist vorbei. Ab April sollen die Anleiheankäufe der EZB um 20 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro ausgeweitet werden. Zunächst bezieht sich das höhere Ankaufvolumen nur auf die bisherigen Anleiheklassen; zum Ende des zweiten Quartals umfasst das Programm dann auch den Kauf von Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Rating. Die Ankündigung dieser Käufe ist nicht ohne Auswirkungen geblieben (siehe Kommentar auf Seite 1). Das Emissionsvolumen ist in diesem Segment deutlich gestiegen, während die Risikoprämien sinken. Auf der Suche nach Rendite weichen die Anleger auf Anleihen von Nicht-Investment Grade-Unternehmen aus, d.h. auch hier fallen die Refinanzierungskosten. 


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