01.03.2018 15:25
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Zinsen weekly: Italien und SPD-Mitgliederentscheid könnten für Bewegung sorgen. Auf der Agenda zudem EZB-Sitzung und US-Arbeitsmarktdaten. Insgesamt leicht steigende Renditen zu erwarten

Die Renditen der langfristigen Staatsanleihen der USA und Deutschlands sind in der abgelaufenen Berichtswoche zurückgegangen. Zehnjährige T-Notes rentieren derzeit bei 2,85 %, Bunds bei 0,65 %. Zwischenzeitlich gab es einen Renditesprung, nachdem der neue US-Notenbankchef Jerome Powell bei seiner Anhörung vor dem Kongress seinen Optimismus in Bezug auf die weitere konjunkturelle Entwicklung kundtat. Dies wurde von einigen Marktteilnehmern dahingehend interpretiert, dass Powell nunmehr doch vier Leitzinsanhebungen in diesem Jahr ins Auge fasst, statt der bislang erwarteten drei. Angesichts der etwas angeschlagenen Aktienmärkte – der S&P gab seit Wochenbeginn um mehr als 2 % nach und auch der Dax notierte niedriger – und der enttäuschenden Inflationszahlen aus der Eurozone (Feb: 1,2 % YoY) konnte das höhere Renditeniveau jedoch nicht gehalten werden.

Die nächsten Tage werden vermutlich für einige Bewegung an den Rentenmärkten sorgen. So wird am Sonntag, den 4. März, das Ergebnis des SPD-Mitglieder-entscheids über eine Fortsetzung der großen Koalition veröffentlicht. Im Fall einer überraschenden Ablehnung dürften die Renditen kräftig sinken. Ein größeres Augenmerk sollte man auch auf die Wahlen in Italien werfen (siehe dazu Kommentar auf Seite 1). Obwohl kaum ein Beobachter mit einer stabilen Regierung rechnet und schon gar nicht, dass eine solche die Schuldenproblematik des Landes wirksam angeht, haben sich die Spreads der italienischen Anleihen in den letzten Tagen eingeengt. Das Erstaunliche: Die Risikoaufschläge anderer Peripherieländer wie Spanien, Portugal und Griechenland haben sich gleichzeitig ausgeweitet. Eine Erklärung könnte sein, dass die Europäische Zentralbank mit überproportionalen Ankäufen italienischer Staatsanleihen für die sinkenden Spreads sorgt. Bei der EZB-Sitzung am 8. März wird es demgegenüber vor allem um die Frage gehen, ob es Signale hinsichtlich des Endes des laufenden QE-Programms gibt. Angesichts der weiterhin sehr niedrigen Inflation könnte sich Draghi innerhalb des EZB-Rates durchsetzen, auf eine Festlegung zu diesem Zeitpunkt noch zu verzichten. Spätestens bei der April-Sitzung dürfte aber eine klarere Kommunikation zu diesem Punkt zu erwarten sein. Wichtig wird in den kommenden Tagen der Arbeitsmarktbericht aus den USA sein (9. März). Die Arbeitslosenquote, die seit bereits vier Monaten bei 4,1 % verharrt, könnte durchaus noch weiter sinken. Wenn gleichzeitig an der Lohnfront ein deutlicherer Zuwachs verzeichnet werden sollte, dann dürften die Renditen einen Sprung nach oben machen. In der Eurozone ist am Montag (5. März) auf die PMI-Daten der Euroländer für den Dienstleistungssektor im Februar zu achten, die die Breite des Aufschwungs unterstreichen sollten. Zu achten ist schließlich auch auf die laufenden Brexit-Verhandlungen, nachdem der erste von der EU erstellte Entwurf eines Brexit-Vertrages von der Premierministerin Theresa May mit deutlichen Worten abgelehnt wurde. Insgesamt halten wir einen leichten Renditeanstieg in den kommenden Tagen für wahrscheinlich.


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