17.09.2015 12:24
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Zinsen weekly: Renditen steigen vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank – und danach voraussichtlich weiter

Mit Spannung blicken die Finanzmärkte auf die amerikanische Notenbank. Kurz vor dem Zinsentscheid der Fed (17.09. um 20.15 Uhr MEZ) scheinen die Rentenmärkte auf eine Leitzinserhöhung zu setzen. Die Renditen der US-Treasuries zogen auf breiter Front an. Die zehnjährigen Titel notierten mittlerweile bei 2,28% (Vorwoche: 2,20%). Dieser Entwicklung konnten sich die europäischen Staatsanleihen nicht entziehen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte in der Berichtswoche von 0,67 auf 0,78%. Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinswende einleitet und sehen kurzfristig eine Fortsetzung des moderaten Aufwärtstrends der Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks.

Die jüngsten amerikanischen Wirtschaftsdaten sind insgesamt positiv ausgefallen. Der NAHB-Hausmarktindex verbesserte sich auf 62 Punkte, ein Niveau, das zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde. Trotz eines schwächeren Verbrauchervertrauens der Uni Michigan konnten die Einzelhandelsdaten überzeugen. Die August-Umsätze verzeichnen ein Plus von 0,2% mom und der Juli-Wert wurde um 0,1 Pro-zentpunkte auf 0,7% nach oben revidiert. Weniger erfreulich sah es bei der Industrieproduktion aus. Sie sank im August überraschend kräftig um 0,4% mom. Dies wurde allerdings durch die Korrektur der Vormonatszahl, von 0,6 auf 0,9% mom etwas relativiert. Mit Blick auf den Konjunkturverlauf in den USA dürften neben dem Zinsentscheid auch die neuen Konjunkturprojektionen der Fed auf Interesse stoßen, die erstmals bis ins Jahr 2018 reichen werden. Weitere Indizien über die Lage der Industrie werden in der kommenden Woche die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter liefern.

Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten konnte in der Eurozone die Industrieproduktion überzeugen. Sie legte im Juli überraschend um 0,6% mom zu. Erfreulich ist dieser Wert vor allem deshalb, weil Frankreich einen deutlichen Rückgang von 0,8% zu verzeichnen hatte. Erfreulich Zuwächse kamen aus Italien (+1,1%), Spanien (+0,6%) und Deutschland (+0,5%) sowie aus Irland (+7,2%) und Griechenland (+4,3%). Die Stimmungsindikatoren der nächsten Woche werden zeigen, wie weit die schlechten Nachrichten aus China den Unternehmen auf den Magen geschlagen haben. Wir rechnen sowohl bei den Einkaufmanagerindizes (PMI’s) für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor als auch beim ifo Geschäftsklimaindex mit leichten Rückgängen. An den Finanzmärkten hat das Thema China keine Hauptrolle mehr gespielt, obwohl die Kursausschläge in Shanghai beträchtlich waren. So scheinen die Aktienbörsen in den USA und Europa ihre Furcht vor weiteren schlechten Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte vorerst abgelegt zu haben. Dies ist auf die chinesische Regierung zurückzuführen, die ihr Wachstumsziel von 7,0% in diesem Jahr mit aller Entschlossenheit erreichen will und ein staatliches Investitionsprogramm in Aussicht stellte.



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