14.10.2016 09:31
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Zinsen weekly: Renditesprung auf beiden Seiten des Atlantiks: Dezember soll es sein

Sowohl in den USA als auch in Deutschland setzte sich der Aufwärtstrend bei den Renditen fort. Während die Rendite auf zehnjährige Bunds 5 bp zulegte und nun mit 4 bp merklich im positiven Bereich liegt, stiegen die Renditen auf zehnjährige Treasury-Bills um 3 bp an und liegen nun bei 1,74%. Zwischenzeitlich stiegen die Renditen in den USA sogar auf 1,79% an und damit übertrafen sie zum ersten Mal wieder das Niveau vor dem Brexit-Votum.

Dabei spielten in dieser Woche diverse Faktoren eine Rolle: In den USA begann der Anstieg am Freitag, als neue Beschäftigungszahlen veröffentlicht wurden. Die neu geschaffenen Stellen in Höhe von 150.000 waren aufgrund der höheren Erwartungen (170.000) zwar eine leichte Enttäuschung. Dennoch wurde die Zahl an den Märkten als hoch genug eingeschätzt, um als Indiz für eine Zinserhöhung seitens der Fed im Dezember gewertet zu werden. Am Freitag stieg daher bereits die aus Fed-funds-futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember leicht an. Weiter ging es dann in dieser Woche als im Zuge von Meldungen zu einer möglichen Beteiligung Russlands an den von der OPEC vereinbarten Produktionskürzungen der Ölpreis (Brent) auf ein Jahreshoch von 53,47 US-Dollar/Barrel gestiegen ist. Die Aussicht auf einen auch mittelfristig höheren Öl-preis erhöhte dabei deutlich die Inflationserwartungen an den Finanzmärkten, die aus der Kursentwicklung inflationsgeschützter Anleihen abgeleitet werden können. Das Maß auf eine Sicht von 6 Monaten stieg im Zuge des anziehenden Ölpreises auf den höchsten Wert seit Mai dieses Jahres. Allerdings könnte sich beim Ölpreis das Blatt in dem Moment wieder wenden, wenn sich das OPEC-Abkommen als nicht durchführbar erweist. Die angenommene Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember stieg im Zuge dessen noch einmal um 4 Prozentpunkte an und liegt derzeit bei 68,3%. Einen deutlicheren Anstieg der Renditen verhinderten in dieser Woche schwache Konjunkturdaten aus China. Der Rückgang im Außenhandel im September ist ein erneutes Anzeichen für die Schwäche der chinesischen Wirtschaft und erhöht insbesondere das Risiko einer Eintrübung in den Emerging Markets. Dies führte zu einer Umschichtung von Vermögen in sichere Anleihen wie Bunds und US-Staatsanleihen, was den Anstieg bei den Renditen bremste. 

Die Eurozone bewegte sich mehr oder weniger im Gleichschritt mit ihrem US-Gegenstück. Auch die am vergangenen Donnerstagnachmittag veröffentlichten „Minutes“ der September-Sitzung der EZB hatten der allgemeinen Bewegung nichts entgegenzusetzen. Die dort vertretene Linie des EZB-Direktoriums steht größtenteils im Widerspruch mit der Interpretation der Bloomberg-Meldung bezüglich eines möglichen Taperings seitens der EZB. Im Kern zeigt sich die EZB bereit, zur Erreichung ihres Inflationsziels noch weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wir gehen daher davon aus, dass die EZB bei einem der kommenden Meetings die Weichen stellen wird, damit das QE-Programm über den März 2017 hinaus verlängert werden kann. Insbesondere erwarten wir vom Meeting in der nächsten Woche Hinweise auf eine mögliche Anpassung der Modalitäten des Programms.


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