24.03.2016 08:30
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Zinsen weekly: Terroranschläge in Brüssel verunsichern nur kurzfristig. Freundliche Konjunkturdaten sorgen für bessere Stimmung

Die Terroranschläge in Brüssel haben an den Rentenmärkten kaum Spuren hinterlassen. Der übliche Reflex der Anleger, verstärkt in Staatsanleihen zu investieren und Aktien abzustoßen, konnte nur ganz kurzfristig beobachtet werden. Gegenüber dem Wochenbeginn sind die Staatsanleiherenditekurven dies- und jenseits des Atlantiks praktisch gleich geblieben. Die Aufmerksamkeit der Anleger schwenkte überraschenderweise rasch auf andere Themen wie etwa die unerwarteten Anstiege beim Ifo-Index und den PMI-Indikatoren für die Eurozone. Dass nach drei aufeinanderfolgenden Rückgängen der Ifo-Index im März wieder gestiegen ist, ist in der Tat eine beruhigende Nachricht, wenngleich man einen Monatswert nicht überbewerten sollte. Die bessere Lage an den Finanzmärkten hat auch mit dem Anstieg der Ölpreise zu tun (+25% in einem Monat). Wir rechnen zwar nicht mit einem weiteren kräftigen Anstieg, denn die Meldung des Einfrierens der Fördermenge durch Saudi-Arabien hat für sich gesehen keine großen Auswirkungen, solange der Iran nicht mit von der Partie ist. Aber wenn der freie Fall der Ölpreise gestoppt sein sollte, dann wäre das für sich genommen bereits positiv. Noch liegt der Ölpreis etwa ein Viertel unter dem Niveau des Vorjahres, was sich in der überaus niedrigen Inflation der Eurozone niederschlägt. Dieser Effekt wird aber bei stabilen Ölpreisen allmählich geringer, was eine gute Nachricht für die EZB ist.

Die relativ gute wirtschaftliche Lage in Deutschland lässt sich auch an den Steuereinnahmen ablesen, die im Haushaltsjahr 2016 erneut sprudeln dürften und Finanzminister Schäuble erlauben, bei Ausgaben von 348 Mrd. Euro erneut ein Budget ohne Schuldenaufnahmen zu präsentieren. Da keine zusätzlichen Anleihen an den Markt kommen, wird es für die EZB zunehmend schwieriger, ausreichend deutsches Material für die monatlichen Anleiheankäufe zu finden. Für große Renditeanstiege bleibt unter diesen Umständen nur wenig Spielraum. Diese Verknappung an Anleihen ist in Japan schon länger ein Thema und hat jüngst zu einem neuen Rekordtiefstand bei den Renditen für 30-jährige Japan-Anleihen geführt, für die Anleger nur noch 40 Basispunkte p.a. erhalten. Darüber hinaus gibt es noch viele Unsicherheiten, die zu Kursgewinnen an den Rentenmärkten führen können. Neben den Nachwirkungen des Terrors in Brüssel ist das beispielsweise die Frage, ob die Umsetzung der Vereinbarung mit der Türkei über die Rückführung von Flüchtlingen gelingt. Außerdem könnte die politische Stabilität der USA gefährdet werden, wenn der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten wird. Bei den jüngsten Vorwahlen konnte er erneut seinen Vorsprung gegenüber seinen Rivalen ausbauen. Brexit ist ein weiteres Thema. In den letzten Umfragen führt die „Remain“-Kampagne nur ganz knapp vor der „Leave“-Kampagne. In der kommenden Berichtswoche sollte man die US-Arbeitsmarktdaten und den ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Blick haben. Überraschend robuste Daten von dieser Seite könnten sogar Diskussionen über eine Zinsanhebung bereits im April auslösen.

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