08.01.2016 12:00
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Devisen weekly: Hohe Volatilität zu Jahresbeginn

EUR/USD nahm in der Berichtsperiode ab und notiert aktuell bei 1,082. Damit liegt der Kurs knapp 1,1% niedriger als vergangene Woche. Zwar führt die hohe Unsicherheit in China aufgrund von „carry-trade“-Bewegungen mit dem Euro als Finanzierungswährung in der Regel zu einer Aufwertung, wie auch am 4.1. und 7.1. Unter dem Strich wird der Wechselkurs von den Einschätzungen über die Geldpolitik dominiert. Ein abnehmendes weltwirtschaftliches Tempo macht für die exportabhängige Eurozone eine weitere geldpolitische Lockerung wahrscheinlicher, während die Fed weiter an ihrem Kurs festhalten dürfte. Unterstützt wurde diese Einschätzung durch die Reaktion auf die Veröffentlichung der Inflationsraten in der Eurozone, die jeweils 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen lagen (Inflationsrate: 0,2%, Kernrate: 0,9%) und einen Kursrutsch auslöste. Für die nächste Woche erwarten wir, dass sich der EUR/USD auf seinem gegenwärtigen Niveau von knapp 1,08 einpendelt. Aufgrund der hohen Volatilität ist diese Prognose allerdings mit großer Unsicherheit behaftet.

EUR/GBP ist seit der letzten Berichterstattung am 17.12. von 0,726 auf 0,739 um ca. 2,2% angestiegen. Der Stand von 0,737 am 31.12. zeigt, dass der Zuwachs vor allem auf die zwei Vorwochen zurückzuführen ist. Die dort veröffentlichten Konjunkturdaten schwächen das britische Pfund: Das Wachstum des britischen Bruttoinlandsproduktes hat sich mit 0,4% im Vergleich zum vorherigen Quartal verlangsamt. Durch diese aktuelle Abkühlung wird sich die Zinswende der Bank of England vermutlich weiter verzögern. Das anstehende EU-Referendum erschwert Aussagen über die zukünftige Entwicklung. Eine aktuelle Umfrage der Beratungsfirma Deloitte unter 137 CFOs  großer  britischer Unternehmen ergab, dass deren Zustimmung für den Verbleib in der EU im letzten halben Jahr von 74% auf 62% gesunken ist. In der kommenden Woche ist abzuwarten, ob Großbritannien mit der Publikation der Industrieproduktion weiterhin schwache Zahlen veröffentlichen wird. Wir sehen EUR/GBP in diesem Zeitraum zwischen 0,73 und 0,75.

Das Währungspaar USD/JPY fiel im Vorwochenvergleich von 120 auf 118, was einer Aufwertung des Yen um gut 2% entspricht. Offensichtlich reagierten die Anleger auf die von den chinesischen Aktienmärkten ausgehende Verunsicherung. Außerdem wird über eine Verschiebung der nächsten Fed-Zinserhöhung spekuliert, nachdem der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA enttäuschte. Die Ankündigung der Bank of Japan in Form einer Ausweitung des Spektrums der zu kaufenden Anleihen und deren Laufzeitverlängerung haben beim Yen keine nachhaltigen Spuren hinterlassen. Es steht die Frage im Raum, ob die BoJ weitere Maßnahmen ergreifen wird, da die letzten Konjunkturdaten (Einzelhandel, Industrieproduktion) enttäuschten. Belastend für die Entwicklung der japanischen Wirtschaft ist die zunehmende Furcht vor einer Verlangsamung des chinesischen Wachstums. Sollte es nicht erneut zu Aktienmarktturbulenzen kommen, sehen wir den Kurs zwischen 117 und 119.


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