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Funktionsweise der Aktienanleihe

Weder Aktie noch Anleihe

Aktien und Anleihen sind Grundbausteine für Investitionen am Kapitalmarkt. Bei den sogenannten „Aktienanleihen“ finden sich zwar beide bekannten Assetklassen im Namen wieder, ihre Funktionsweise lässt sich daraus aber nicht ohne weiteres ableiten. Tatsächlich müssen diese Papiere, deren Investitionsvolumen in Deutschland seit Jahren zunimmt, deutlich sowohl von Aktien als auch von Anleihen abgegrenzt werden. In ihren Risiken und Chancen zeigen sie ein stark abweichendes Profil.

Rückzahlung hängt von Aktie ab

Dabei funktionieren Aktienanleihen auf den ersten Blick durchaus ähnlich wie klassische Bonds: Der Anleger investiert zum Start den Nennbetrag von beispielsweise 1.000 Euro und erhält diesen im Idealfall am Ende der Laufzeit (hier: 1 Jahr) inklusive der vorab festgelegten Zinszahlung von beispielsweise 50 Euro (5,0 Prozent) zurück. Entscheidend ist aber, dass der Anleger bei Aktienanleihen nicht nur ein Bonitätsrisiko trägt – wie bei Anleihen üblich -, sondern auch ein Aktienrisiko. Jeder Aktienanleihe liegt eine bestimmte Aktie zugrunde.

Entwickelt sich diese schwach, können Verluste entstehen. Im Gegenzug bieten die Emissionsbanken höhere Zinssätze an als dies bei klassischen Anleihen üblich ist. Wie stark das Aktienrisiko ausgeprägt ist, gibt der sogenannte Basispreis vor. Die Aktie muss am Ende mindestens auf diesem zu Beginn festgelegten Kurslevel notieren, um die Rückzahlung des Nennbetrags zu sichern. Andernfalls drohen Verluste.

Bei Aktienkursen unter dem Basispreis erhält der Anleger statt der Rückzahlung des Nennbetrags nämlich eine bestimmte Anzahl der Aktie selbst in sein Depot geliefert. Der Gesamtwert dieses Pakets liegt dann unter dem Nennbetrag. Das Renditeziel der Aktienanleihe wäre verfehlt. Aktienanleihen mit höherem Basispreis sind folglich riskanter als solche mit tiefem Basispreis, die der Aktie einen entsprechend großen Risikopuffer einräumen.

Zudem bestimmt der Basispreis im negativen Szenario die Anzahl der zu liefernden Aktien. Die Menge errechnet sich nach der Formel: Nennbetrag / Basispreis. Das bedeutet: Bei einem tiefen Basispreis ergibt sich eine höhere Anzahl an Aktien, die gegebenenfalls eingebucht werden.

Basispreis Formel Zu liefernde Aktien (Bezugsverhältnis)
20 EUR 1.000 / 20 50
25 EUR 1.000 / 25 40
Annahme: Nennbetrag = 1.000 EUR

Feste Zinszahlung

Vom Basispreis und der Entwicklung der Aktie ist die Zahlung des Zinssatzes völlig unabhängig. Sie reduziert somit auch einen bei einer Lieferung von Aktien gegebenenfalls anfallenden Verlust.

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